Viele Website-Betreiber gehen davon aus, dass Tools wie Ahrefs, SEMrush oder SISTRIX alle Backlinks zuverlässig anzeigen. In der Praxis stimmt das nicht immer – besonders bei Wikipedia-Links.
Der Grund:
Wikipedia-Links sind nofollow, werden oft entfernt oder verändert und tauchen deshalb häufig nicht (mehr) in SEO-Tools auf.
In diesem Beitrag zeige ich Schritt für Schritt, wie du selbst prüfst,
- ob deine Website jemals auf Wikipedia verlinkt war
- in welchen Artikeln
- und wo genau diese Links zu finden sind – selbst wenn sie inzwischen entfernt wurden.
Warum Wikipedia-Links oft nicht in SEO-Tools auftauchen
Bevor wir starten, kurz die wichtigsten Gründe:
- Wikipedia nutzt standardmäßig
rel="nofollow" - viele SEO-Tools filtern nofollow-Links aus
- entfernte Wikipedia-Links bleiben oft historisch vorhanden, werden aber nicht mehr gecrawlt
- Sprachversionen (englisch, italienisch, polnisch etc.) werden teils ignoriert
➡️ Fazit: Man muss direkt bei Wikipedia suchen.
Methode 1: Wikipedia-Linksuche (die wichtigste Methode)
Wikipedia bietet eine eigene Spezialseite, mit der sich externe Links nach Domains durchsuchen lassen.
So funktioniert es:
- Öffne die passende Wikipedia-Sprachversion
(meist Englisch, nicht Deutsch) - Rufe diese Seite auf:
https://en.wikipedia.org/wiki/Special:LinkSearch
- Trage dort deine Domain ein, z. B.:
alexander-patzer.de
- Optional auch testen:
www.alexander-patzer.de
Ergebnis:
- Wikipedia listet alle Artikel, in denen deine Domain verlinkt ist oder war
- oft inklusive direktem Link zum Artikel
💡 Tipp:
Wenn du vermutest, dass der Link nicht auf Englisch war, wiederhole das Ganze mit:
fr.wikipedia.orgit.wikipedia.orgpl.wikipedia.orges.wikipedia.org
Methode 2: Google gezielt mit Wikipedia durchsuchen
Google indexiert viele Wikipedia-Links, auch wenn sie inzwischen entfernt wurden.
Effektive Suchanfragen:
site:wikipedia.org deine-domain.de
oder spezieller:
site:en.wikipedia.org deine-domain.de
Optional:
"deine-domain.de" "Wikipedia"
➡️ Diese Methode ist besonders gut, um:
- alte Verlinkungen
- versteckte Erwähnungen
- Zitate in Quellenlisten
zu finden.
Methode 3: Versionsgeschichte von Wikipedia-Artikeln prüfen
Sehr wichtig, wenn Links nicht mehr sichtbar sind.
Vorgehen:
- Öffne den Wikipedia-Artikel, bei dem du den Link vermutest
(z. B. Geschichte eines Landes, einer Stadt, eines Themas) - Klicke oben auf „View history“ / „Versionsgeschichte“
- Nutze die Suchfunktion im Browser (
Strg + F):- deine Domain
- dein Name
- Teile der URL
Vorteil:
- du siehst wann der Link eingefügt wurde
- wer ihn entfernt hat
- in welchem Kontext er stand
➡️ Selbst gelöschte Links bleiben hier oft dauerhaft nachvollziehbar.
Methode 4: Internet Archive (Wayback Machine)
Falls Google und Wikipedia selbst nichts mehr anzeigen:
- Öffne:
https://web.archive.org
- Gib ein:
https://en.wikipedia.org
- Suche alte Versionen der relevanten Artikel
Die Wayback Machine speichert oft:
- ältere Wikipedia-Versionen
- externe Links, die heute nicht mehr existieren
Methode 5: Eigene Website & Serverdaten prüfen
Manchmal findet man Hinweise auf der eigenen Seite:
- alte Blogartikel mit Quellenangaben
- Erwähnungen wie: Quelle: Wikipedia
- Server-Logs / Referrer (falls archiviert)
Gerade ältere Referrer-Logs enthalten oft:
wikipedia.org/wiki/...
Warum diese Prüfung wichtig ist
Wikipedia-Links haben zwar:
- ❌ kaum direkten SEO-Linkjuice
aber:
- ✅ extrem hohe Vertrauenswirkung
- ✅ Reputation
- ✅ thematische Autorität
- ✅ Sichtbarkeit für Redakteure & Journalisten
Außerdem:
- Wenn ein Link früher akzeptiert wurde,
ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er regelkonform war.
Bonus: Was tun, wenn man alte Wikipedia-Links gefunden hat?
- Nicht selbst wieder einbauen
- Kontext prüfen (Quelle? Einzelnachweis? Weblink?)
- ggf. auf der Diskussionsseite sachlich vorschlagen
- Alternativ: Inhalte verbessern, damit sie wieder zitierfähig sind
Fazit
Wenn SEO-Tools keine Wikipedia-Links anzeigen, heißt das nicht, dass es keine gibt oder gab.
Mit:
- Wikipedia-Linksuche
- Google-Operatoren
- Versionsgeschichten
- Wayback Machine
kannst du zuverlässig nachvollziehen,
ob und wo deine Website auf Wikipedia verlinkt wurde – selbst Jahre später.






