🚀 Uran-Investment-Strategie 2026:

Warum Uran gerade jetzt wieder ins Zentrum globaler Investitionsstrategien rückt.

Uran ist einer jener Rohstoffe, die an den Finanzmärkten in langen, oft schmerzhaften Zyklen verlaufen. Kaum ein Sektor wurde nach 2011 derart konsequent gemieden wie der Uran- und Kernenergiesektor. Das Reaktorunglück von Fukushima markierte nicht nur einen politischen Wendepunkt, sondern auch den Beginn eines über zehn Jahre andauernden Bärenmarktes, in dem Kapital abgezogen, Minen geschlossen und Projekte eingefroren wurden.

Doch Märkte vergessen nie – sie verschieben nur Prioritäten.

Während Investoren über ein Jahrzehnt hinweg Technologie, Immobilien und erneuerbare Energien bevorzugten, wurde im Hintergrund ein strukturelles Ungleichgewicht aufgebaut: Die weltweite Urannachfrage blieb stabil oder stieg sogar – das Angebot jedoch schrumpfte dramatisch.
Viele Minen wurden stillgelegt, Explorationsbudgets gekürzt und neue Projekte nicht mehr finanziert. Uran wurde wirtschaftlich uninteressant – und genau darin liegt heute der Keim der aktuellen Renaissance.

Parallel dazu hat sich die geopolitische und energiepolitische Realität grundlegend verändert. Energie ist nicht mehr nur eine Frage des Preises, sondern der Versorgungssicherheit, der Netzstabilität und der politischen Souveränität. Der Ukraine-Krieg, Lieferkettenkrisen und volatile Stromnetze haben schonungslos offengelegt, dass wetterabhängige Energieformen allein keine industrielle Volkswirtschaft tragen können.

Kernenergie erlebt deshalb weltweit eine Neubewertung:

  • Laufzeitverlängerungen in den USA und Europa
  • massive Neubauprogramme in China, Indien und dem Nahen Osten
  • staatliche Förderung von Small Modular Reactors (SMRs)
  • Aufnahme der Kernenergie in ESG-Taxonomien mehrerer Länder

Diese Entwicklungen sind nicht ideologisch, sondern pragmatisch. Kernkraft liefert CO₂-armen, grundlastfähigen Strom – rund um die Uhr.

Gleichzeitig ist Uran ein Rohstoff mit besonderen Eigenschaften:

  • Er wird nicht verbraucht wie Öl oder Gas, sondern effizient eingesetzt
  • Der Brennstoffkostenanteil am Strompreis ist gering
  • Betreiber sichern sich langfristig über Verträge ab
  • Der Spotmarkt ist klein – schon geringe Nachfrageverschiebungen wirken stark auf den Preis

Das macht Uranmärkte träge in der Entstehung, aber explosiv in der Bewegung.

Aus Investorensicht ist besonders relevant, dass wir es hier nicht mit einem kurzfristigen Narrativ, sondern mit einem klassischen Angebots-Nachfrage-Zyklus zu tun haben. Ein Zyklus, der durch jahrelange Unterinvestition entstanden ist und sich nicht innerhalb weniger Quartale auflösen lässt. Neue Minen benötigen oft 7–15 Jahre von der Entdeckung bis zur Produktion – Zeit, die der Markt aktuell nicht hat.

Genau in solchen Phasen entstehen historisch die größten Renditen:

  • wenn ein Sektor ungeliebt ist
  • wenn institutionelles Kapital noch untergewichtet ist
  • wenn Fundamentaldaten stärker sind als die öffentliche Wahrnehmung

Der Uransektor befindet sich heute genau an diesem Punkt.

Dieser Artikel verfolgt daher kein kurzfristiges Trading-Ziel. Er soll vielmehr einen strategischen Überblick bieten:
Welche Unternehmen existieren?
Wo liegen die Chancen und Risiken?
Wie kann man strukturiert investieren, ohne sich von Volatilität aus dem Markt drängen zu lassen?

Ob als Beimischung, langfristige Wette auf Energiepolitik oder bewusste Zyklusinvestition – Uran ist zurück auf der strategischen Landkarte.
Und wer investiert, sollte verstehen, in welchem Kapitel dieses Zyklus wir uns gerade befinden.

Timeline: Uran-Zyklen von 1970 bis 2030

Wie Angebots- und Nachfragezyklen den Uranmarkt formen

Der Uranmarkt folgt – stärker als viele andere Rohstoffe – langen, strukturellen Zyklen. Diese entstehen nicht durch Spekulation, sondern durch politische Entscheidungen, lange Projektlaufzeiten und verzögerte Angebotsreaktionen. Die folgende Timeline zeigt, warum Uran heute wieder in eine potenziell explosive Phase eintritt.

🔶 1970–1980: Der erste Uran-Boom

Energiekrise & Kernkraft-Euphorie

  • Ölkrisen 1973 & 1979 → Fokus auf energiepolitische Unabhängigkeit
  • Massive Investitionen in Kernkraftwerke weltweit
  • Uran wird als strategischer Rohstoff betrachtet
  • Preisexplosion von unter 10 USD auf über 40 USD pro Pfund

Marktphase:
🟢 Aufbauphase → früher Bullenmarkt

Lehre:
Politische Energiekrisen sind starke Katalysatoren für Uran-Nachfrage.

🔻 1980–1995: Überangebot & Vertrauensverlust

Tschernobyl, Abrüstung, Angebotsflut

  • Reaktorunfall in Tschernobyl (1986)
  • Rückgang des politischen Willens in Europa
  • Militärisches Uran aus Abrüstungsprogrammen (Megatons-to-Megawatts)
  • Uranpreis fällt dauerhaft unter Produktionskosten

Marktphase:
🔴 Langer Bärenmarkt

Lehre:
Uranmärkte können jahrzehntelang unter Druck stehen – Investoren verlieren Geduld.

🔷 1995–2007: Wiederaufbau & zweiter Superzyklus

Globalisierung & Reaktorbau

  • China, Indien & Schwellenländer bauen Kernkraft aus
  • Neue Minenprojekte werden finanziert
  • Angebotsengpässe durch jahrelange Unterinvestition
  • Uranpreis steigt bis 2007 auf über 130 USD

Marktphase:
🟢 Klassischer Rohstoff-Superzyklus

Lehre:
Wenn Angebot knapp wird, reagiert Uran nicht linear, sondern exponentiell.

💥 2007–2011: Euphorie & abruptes Ende

Spekulation & Fukushima-Schock

  • Uran wird zum Spekulationsobjekt
  • Explorer-Boom an ASX, TSX, AIM
  • 2011: Fukushima – globale Neubewertung der Kernenergie
  • Japan schaltet nahezu alle Reaktoren ab

Marktphase:
🔴 Zyklusbruch

Lehre:
Politische Schocks können selbst starke Fundamentaldaten kurzfristig zerstören.

🧊 2011–2020: Das verlorene Jahrzehnt

Kapitalflucht & strukturelle Unterinvestition

  • Uranpreis unter Produktionskosten
  • Minenschließungen weltweit
  • Exploration nahezu eingestellt
  • Institutionelle Investoren ziehen sich zurück

Marktphase:
🔵 Bodenbildungsphase

Lehre:
Die besten Setups entstehen, wenn niemand mehr hinsieht.

🔥 2020–2023: Der Wendepunkt

Energiekrise & Neubewertung

  • COVID → Lieferkettenprobleme
  • Energiepreise explodieren
  • Reaktor-Laufzeitverlängerungen
  • Gründung & Wachstum physischer Uranvehikel
  • Spotmarkt wird strukturell verknappt

Marktphase:
🟡 Trendwende / Akkumulation

Lehre:
Kleine Angebotsveränderungen haben große Preiseffekte.

🚀 2024–2026: Beginn des neuen Uran-Zyklus

Vertragsmarkt zieht an

  • Utilities sichern sich langfristige Lieferverträge
  • Spotpreis verliert an Bedeutung
  • Produzenten erhalten Preissetzungsmacht
  • Investoren kehren schrittweise zurück

Marktphase:
🟢 Früher Bullenmarkt

Lehre:
Der eigentliche Zyklus beginnt nicht beim Spotpreis, sondern bei Verträgen.

🔮 2027–2030 (Szenario): Angebotsstress & Neubewertung

Der Engpass wird sichtbar

  • Neue Minen kommen nur langsam in Produktion
  • Reaktor-Neubauten erhöhen strukturelle Nachfrage
  • SMRs verstärken langfristigen Bedarf
  • Uran wird wieder als strategischer Rohstoff betrachtet

Marktphase:
🟢 Reifephase / potenzieller Höhepunkt

Risiken:

  • politische Eingriffe
  • staatliche Preisdeckel
  • erneute Überinvestitionen

🔁 Das klassische Investment-Zyklus-Modell besteht aus 6 Phasen

Kapitulation – „Uran ist tot“

(ca. 2016–2020)

  • Extrem negative Stimmung
  • Kaum Berichterstattung
  • Minen schließen, Projekte werden aufgegeben
  • Uranpreis unter Produktionskosten

Investor-Psychologie:

„Das kommt nie wieder.“

📌 Beste Phase für antizyklische Investoren, aber emotional am schwierigsten.

Akkumulation – leise Käufe

(ca. 2020–2022)

  • Preise stabilisieren sich
  • Erste Insider & Spezialfonds steigen ein
  • Keine breite Aufmerksamkeit
  • Volatilität niedrig, Umsätze gering

Investor-Psychologie:

„Vielleicht passiert hier etwas – aber sicher bin ich nicht.“

📌 Smart Money baut Positionen auf.

Trendwende – Narrativ entsteht

(ca. 2022–2024)

  • Energiekrise bringt Uran zurück in Diskussion
  • Medien berichten sachlich
  • Preise steigen moderat
  • ETFs & physische Vehikel gewinnen an Volumen

Investor-Psychologie:

„Okay, das Thema ist wieder relevant.“

📌 Beste Phase für strategische Einstiege.

Expansion – Kapital strömt

(voraussichtlich 2024–2027)

  • Starke Kursanstiege bei Produzenten & Juniors
  • Neue Fonds & ETFs entstehen
  • Social Media & Analysten werden bullisch
  • Volatilität nimmt zu

Investor-Psychologie:

„Ich will dabei sein.“

📌 Höchste Renditephase, aber selektives Vorgehen nötig.

Euphorie – Übertreibung

(möglich 2027–2030)

  • Uran ist „Mainstream“
  • Explorer ohne Substanz explodieren
  • Unrealistische Preisziele
  • Massive Kapitalzuflüsse

Investor-Psychologie:

„Dieses Mal ist alles anders.“

📌 Zeit, Gewinne schrittweise mitzunehmen.

Distribution & Absturz

(Zyklusende – offen)

  • Angebot reagiert verspätet
  • Preise kippen
  • Späte Investoren kaufen Tops
  • Medien werden wieder negativ

Investor-Psychologie:

„Warum habe ich nicht früher verkauft?“

📌 Zyklus schließt sich – Vorbereitung auf die nächste Kapitulation.

Wo stehen wir aktuell im Uran-Zyklus?

Einordnung (2026-Perspektive):

  • Spot- & Vertragsmarkt ziehen an
  • Produzenten erhalten Preissetzungsmacht
  • Institutionelles Kapital kehrt zurück
  • Breite Euphorie noch nicht erreicht

➡️ Wir bewegen uns zwischen Phase ③ und ④
➡️ Historisch gesehen: attraktive Risiko-/Ertrags-Phase

Praktische Ableitung für Investoren

✔️ Was jetzt sinnvoll ist

  • Fokus auf Produzenten & Qualität
  • ETFs zur Risikostreuung
  • Geduld & langfristiger Horizont
  • Teilverkäufe erst bei Euphorie

❌ Typische Fehler

  • Zu spät einsteigen (Medien-Hype)
  • Alles auf Explorer setzen
  • Zyklus ignorieren
  • Gewinne nicht absichern

Merksatz für den Uran-Sektor

Nicht der Preis macht den Zyklus – sondern das Verhalten der Investoren.

Wer den Zyklus versteht, investiert nicht emotional, sondern strategisch.

Alle relevanten Uran-Aktien & ETFs im Überblick – plus klare Strategie

Der Uransektor erlebt nach über einem Jahrzehnt Underperformance eine strukturelle Trendwende.
Kernenergie gilt zunehmend als unverzichtbarer Baustein für Energiesicherheit, Dekarbonisierung und Grundlastfähigkeit – weltweit werden neue Reaktoren gebaut, alte Laufzeiten verlängert.

Für Investoren stellt sich die Frage:

Welche Unternehmen profitieren direkt vom Uran-Boom – und wie investiert man sinnvoll in diesen zyklischen Sektor?

Dieser Artikel liefert:

  • ✅ eine vollständige, investierbare Übersicht aller wichtigen Uran-Aktien & ETFs
  • Ticker & Börsenplätze (IBKR & Swissquote kompatibel)
  • konkrete Investment-Strategien für verschiedene Risikoprofile

Warum Uran jetzt wieder relevant ist

Fundamentale Treiber:

  • Weltweit über 60 neue Reaktoren im Bau, >100 geplant
  • USA, EU, China, Indien setzen wieder auf Kernenergie
  • Angebotsdefizit: Viele Minen wurden 2011–2020 stillgelegt
  • Langfristverträge ersetzen Spotmarkt → steigende Preise
  • Energieunabhängigkeit wird politisch priorisiert

➡️ Uran ist kein kurzfristiger Hype, sondern ein mehrjähriger Angebots-/Nachfrage-Zyklus.

Uran-Aktien – vollständige Übersicht

1️⃣ Große Produzenten (direkter Uranpreis-Hebel)

Diese Unternehmen profitieren am stärksten und stabilsten von steigenden Uranpreisen.

Nr.UnternehmenTickerBörse
1Cameco Corp.CCJ / CCONYSE / TSX
2KazatompromKAPLSE
3Paladin EnergyPDNASX
4Boss EnergyBOEASX
5Energy FuelsUUUUNYSE
6Uranium Energy Corp.UECNYSE AMEX
7Ur-EnergyURGNYSE AMEX
8Encore EnergyEUTSX

Charakteristik:
✔ Produktion oder kurzfristiger Restart
✔ Höhere Stabilität
❌ Politische & operative Risiken

2️⃣ Entwickler & Near-Term-Projekte (höheres Risiko, höherer Hebel)

Diese Firmen können bei steigenden Uranpreisen überproportional steigen, tragen aber Projektrisiken.

Nr.UnternehmenTickerBörse
9NexGen EnergyNXENYSE / TSX
10Denison MinesDNNNYSE / TSX
11Deep YellowDYLASX
12Bannerman EnergyBMNASX

Charakteristik:
✔ Extrem hoher Hebel auf Uranpreis
❌ Verzögerungen, Finanzierung, Genehmigungen

3️⃣ Uran ohne Mining-Risiko (physisches Uran)

Ideal für Investoren, die direkt auf den Uranpreis setzen wollen – ohne operative Risiken.

Nr.UnternehmenTickerBörse
13Sprott Physical Uranium TrustU.UN / SRUUFTSX / OTC
14Yellow Cake plcYCALSE

Charakteristik:
✔ Kein Minenrisiko
✔ Reiner Angebots-/Nachfrage-Effekt
❌ Kein operativer Cashflow

4️⃣ Nuklear-Dienstleister & Infrastruktur (indirekte Profiteure)

Diese Unternehmen profitieren vom Ausbau der Nuklearindustrie, nicht direkt vom Uranpreis.

Nr.UnternehmenTickerBörse
15Centrus EnergyLEUNYSE
16Constellation EnergyCEGNASDAQ
17BWX TechnologiesBWXTNYSE
18Oklo Inc.OKLONYSE

Uran-ETFs – breit & bequem investieren

5️⃣ Uran-ETFs (Mining-Fokus)

Nr.ETFTickerFokus
19Sprott Uranium Miners ETFURNMProduzenten + Physisches Uran
20Sprott Junior Uranium Miners ETFURNJJuniors & Explorer
21Global X Uranium ETFURAUran + Nuklear

6️⃣ UCITS-ETFs (EU-konform, ideal für Swissquote)

Nr.ETFISIN / Ticker
22HANetf Sprott Uranium Miners UCITSIE0005YK6564
23Global X Uranium UCITS ETFURNU
24VanEck Uranium & Nuclear UCITS ETFNUKL
25iShares Nuclear Energy & Uranium Mining UCITSIE000BMZP0I6

Investment-Strategien im Uran-Sektor

Strategie 1: Defensiv & Langfristig

Für Einsteiger & risikoaverse Anleger

  • 40–50 % Uran-ETFs (URNM / UCITS)
  • 30 % große Produzenten (Cameco, Kazatomprom)
  • 20 % physisches Uran (Sprott / Yellow Cake)

➡️ Ziel: Stabile Partizipation am Megatrend

Strategie 2: Ausgewogen & Zyklisch

Für erfahrene Anleger

  • 30 % Produzenten
  • 30 % ETFs
  • 20 % Entwickler
  • 20 % physisches Uran

➡️ Ziel: Überdurchschnittliche Rendite bei kontrolliertem Risiko

Strategie 3: Aggressiv & Zyklus-Hebel

Nur für risikobereite Investoren

  • 40 % Juniors & Entwickler
  • 30 % Produzenten
  • 20 % URNJ / Explorer-ETFs
  • 10 % Cash für Nachkäufe

➡️ Ziel: Maximaler Hebel auf Uran-Superzyklus

⚠️ Wichtige Risiken

  • Uran ist hochzyklisch
  • Politische Eingriffe möglich
  • Verzögerungen bei Minenstarts
  • Hohe Volatilität bei Juniors
  • ETFs können zeitweise stark schwanken

👉 Positionsgröße & Geduld sind entscheidend.

Der Uransektor bietet 2025–2030 eine seltene Kombination aus:

  • strukturellem Angebotsdefizit
  • politischem Rückenwind
  • langfristiger Energienachfrage

Mit der richtigen Mischung aus Produzenten, ETFs und physischem Uran lässt sich ein robustes, skalierbares Investment-Setup aufbauen.

Uran ist kein Trade – es ist ein Zyklus.

Konkrete Exit-Signale im Uran-Sektor

Die Checkliste: Wann Gewinne sichern – bevor der Zyklus kippt

Der Uranmarkt belohnt Geduld – und bestraft Gier.
Da Uran-Zyklen selten sind, fehlt vielen Investoren die Erfahrung, wann ein Bullenmarkt gefährlich wird. Deshalb ist eine klare, regelbasierte Exit-Logik entscheidend.

Wichtig vorab:

Es gibt kein einzelnes perfektes Verkaufssignal.
Entscheidend ist das Zusammentreffen mehrerer Warnzeichen.

EXIT-SIGNAL 1: Euphorie schlägt Analyse

Warnzeichen:

  • Uran wird „Mainstream-Thema“
  • YouTube, TikTok, Twitter voll mit Uran-Content
  • Kursziele wirken unrealistisch („Uran auf 500 USD“)
  • Explorer ohne Ressourcen explodieren

Interpretation:

➡️ Psychologische Übertreibung
➡️ Späte Privatanleger strömen in den Markt

📌 Historische Regel:
Wenn jede Geschichte bullisch klingt, ist das meiste Potenzial bereits eingepreist.

EXIT-SIGNAL 2: Explorer steigen schneller als Produzenten

Warnzeichen:

  • Frühphasige Explorer steigen 300–1.000 %
  • Produzenten stagnieren oder steigen langsamer
  • Fundamentaldaten spielen keine Rolle mehr

Interpretation:

➡️ Spekulationsphase
➡️ Kapital sucht den höchsten Hebel

📌 Praxisregel:
Wenn schlechte Firmen stärker steigen als gute – Gefahr.

EXIT-SIGNAL 3: Massive Neuemissionen & Kapitalerhöhungen

Warnzeichen:

  • Serien von Kapitalerhöhungen
  • Neue Uran-ETFs & Fonds schießen aus dem Boden
  • Explorer listen ohne Substanz

Interpretation:

➡️ Markt nutzt hohe Bewertungen
➡️ „Smart Money“ verkauft Nachfrage

📌 Merksatz:

Wenn Unternehmen aggressiv Kapital aufnehmen, ist der Markt oft zu optimistisch.

EXIT-SIGNAL 4: Politische Eingriffe & Regulierung

Warnzeichen:

  • Staatliche Preisdeckel
  • Exportbeschränkungen
  • Sondersteuern auf Rohstoffgewinne
  • „Uran ist zu wichtig für Spekulanten“-Narrative

Interpretation:

➡️ Markt wird politisch relevant
➡️ Eingriffe verzerren Angebot & Preise

📌 Historisch:
Politik markiert oft späte Zyklusphasen.

EXIT-SIGNAL 5: Angebot reagiert sichtbar

Warnzeichen:

  • Viele neue Minenstarts gleichzeitig
  • Stillgelegte Minen kommen schneller zurück als erwartet
  • Langfristverträge werden wieder günstiger

Interpretation:

➡️ Angebotsengpass beginnt sich aufzulösen
➡️ Zyklus nähert sich Reifephase

📌 Uran-spezifisch:
Das Angebot reagiert immer verspätet, aber dann oft geballt.

EXIT-SIGNAL 6: Vertikale Kursanstiege (Parabeln)

Warnzeichen:

  • Kurse steigen exponentiell ohne Korrekturen
  • Wochenkerzen extrem lang
  • Volumen explodiert

Interpretation:

➡️ Letzte Käufer steigen ein
➡️ Risiko/Ertrag kippt

📌 Technische Regel:
Parabeln enden nicht seitwärts – sie enden hart.

Die 3-Stufen-Exit-Strategie (praxisbewährt)

🟢 Stufe 1 – Teilgewinn sichern (frühe Euphorie)

  • 20–30 % der Position verkaufen
  • Ursprüngliches Kapital absichern
  • Emotionalen Druck reduzieren

🟡 Stufe 2 – Weitere Reduktion (Übertreibung)

  • Weitere 30–40 % abbauen
  • Fokus auf schwächste Positionen zuerst
  • Explorer priorisiert verkaufen

🔴 Stufe 3 – Rest laufen lassen oder Komplettausstieg

  • Stopps eng nachziehen
  • Keine neuen Käufe mehr
  • Cash aufbauen für nächsten Zyklus

❌ Häufige Fehler beim Uran-Exit

  • ❌ „Ich verkaufe, wenn es kippt“ (zu spät)
  • ❌ Alles auf einmal verkaufen
  • ❌ Auf das perfekte Top warten
  • ❌ Fundamentaldaten ignorieren

🧩 Der wichtigste Satz zum Schluss

Man steigt nicht aus, weil man bearish wird –
sondern weil der Markt zu bullish ist.

Muster-Portfolio (Ausgewogen, Zyklus-orientiert)

🔹 Gesamtaufteilung (100 %)

SegmentGewicht
Große Uran-Produzenten30 %
Entwickler & Juniors20 %
Uran-ETFs30 %
Physisches Uran20 %

1️⃣ Große Produzenten – 30 %

Ziel: Stabilität, Cashflow, geringeres Risiko

Beispielhafte Aufteilung:

  • Cameco
  • Kazatomprom
  • Energy Fuels
  • Uranium Energy Corp.

Regel:

  • Kein einzelner Wert > 10 % des Gesamtportfolios
  • Fokus auf Produzenten mit Verträgen, nicht nur Spot-Exposure

📌 Diese Positionen hält man am längsten im Zyklus.

2️⃣ Entwickler & Juniors – 20 %

Ziel: Überproportionaler Hebel im Bullenmarkt

Beispiele:

  • NexGen Energy
  • Denison Mines
  • Bannerman Energy
  • Deep Yellow

Regeln:

  • Max. 5 % pro Einzelwert
  • Mindestens 4–6 Titel (Risikostreuung)
  • Kein Nachkaufen bei Verzögerungen ohne Fundament-Verbesserung

📌 Diese Positionen werden zuerst reduziert, wenn Exit-Signale auftreten.

3️⃣ Uran-ETFs – 30 %

Ziel: Diversifikation & emotionale Stabilität

Beispiele:

  • URNM (Produzenten + physisches Uran)
  • URNJ (Juniors)
  • UCITS-Varianten (für EU/Swissquote)

Interne Aufteilung:

  • 20 % Produzenten-ETF
  • 10 % Junior-ETF

📌 ETFs wirken als Puffer, wenn Einzelwerte stark schwanken.

4️⃣ Physisches Uran – 20 %

Ziel: Direkte Partizipation am Angebotsengpass

Beispiele:

  • Sprott Physical Uranium Trust
  • Yellow Cake plc

Regel:

  • Nicht traden
  • Kein Stop-Loss
  • Wird erst in der späten Euphoriephase reduziert

📌 Diese Komponente ist der ruhigste Anker im Portfolio.

Rebalancing-Regeln (der wichtigste Teil)

Regel 1: Zeitbasiertes Rebalancing

  • 1× pro Jahr
  • Kein permanentes Umschichten
  • Nur strukturelle Anpassungen

👉 Verhindert Overtrading.

Regel 2: Gewichtungs-Korridor

SegmentEingreifen, wenn
Produzenten> 40 %
Juniors> 30 %
ETFs< 20 %
Physisches Uran< 15 %

➡️ Überschüsse abbauen
➡️ Untergewichtete Segmente auffüllen

Regel 3: Zyklus-Rebalancing (entscheidend)

Wenn 2–3 Exit-Signale auftreten:

  • Juniors von 20 % → 10–12 %
  • ETFs stabil halten
  • Produzenten leicht reduzieren
  • Physisches Uran behalten

Bei klarer Euphorie:

  • Juniors → 0–5 %
  • Produzenten → halbieren
  • Physisches Uran schrittweise abbauen
  • Cash-Quote erhöhen

Stop-Regeln (einfach & effektiv)

  • Produzenten: kein enger Stop
  • Juniors:
    • -30 % vom Hoch → Teilverkauf
    • -40 % → vollständiger Ausstieg
  • ETFs: nur bei strukturellem Trendbruch
  • Physisches Uran: kein Stop

Psychologischer Vorteil dieses Modells

  • Entscheidungen sind regelbasiert, nicht emotional
  • Gewinne werden automatisch gesichert
  • Risiko wird reduziert, bevor der Markt kippt
  • Cash steht bereit für den nächsten Zyklus

Merksätze für die Praxis

Man rebalanced nicht, weil man schlauer ist –
sondern weil Märkte übertreiben.

Juniors machen reich – Produzenten halten reich.

Uran-Scorecard

Ampelsystem zur Bewertung von Uran-Aktien & ETFs

Ziel der Scorecard:

  • ✔ objektive Einschätzung je Titel
  • ✔ Vergleichbarkeit innerhalb des Sektors
  • ✔ klare Handlungslogik (Kaufen / Halten / Reduzieren)

Bewertungslogik (transparent & einfach)

Jeder Titel wird in 5 Kernkriterien bewertet:

KriteriumFrage
ProduktionProduziert das Unternehmen aktuell Uran?
KostenstrukturWettbewerbsfähig bei <70 USD/lb?
JurisdiktionPolitisch stabil & bergbaufreundlich?
FinanzlageAusreichend Cash / geringe Verwässerung?
Zyklus-HebelProfitiert stark vom Uranpreis?

Bewertung:

  • 🟢 = stark
  • 🟡 = mittel
  • 🔴 = schwach

🟢🟡🔴 Uran-Scorecard (Auswahl relevanter Titel)

🏭 Große Produzenten

UnternehmenProduktionKostenJurisdiktionFinanzlageGesamt
Cameco🟢🟢🟢🟢🟢🟢🟢🟢🟢
Kazatomprom🟢🟢🟡🟢🟢🟢🟢🟢
Energy Fuels🟡🟡🟢🟢🟢🟡🟡🟢
Uranium Energy Corp.🟡🟡🟢🟡🟡🟡🟢🟡
Paladin Energy🟢🟡🟡🟡🟢🟡🟡🟡

Einordnung:
➡️ Kernbestandteile eines langfristigen Uran-Portfolios

Entwickler & Juniors

UnternehmenProduktionFinanzierungProjektqualitätRisikoGesamt
NexGen Energy🔴🟡🟢🟡🟢🟢🟡
Denison Mines🔴🟡🟢🟡🟢🟢🟡
Bannerman Energy🔴🟡🟡🔴🟡🟡🔴
Deep Yellow🔴🟡🟡🔴🟡🟡🔴

Einordnung:
➡️ Hoher Hebel – zuerst reduzieren bei Exit-Signalen

Physisches Uran

VehikelPreis-HebelRisikoTransparenzGesamt
Sprott Physical Uranium Trust🟢🟢🟢🟢🟢🟢
Yellow Cake🟢🟢🟡🟢🟢🟡

Einordnung:
➡️ Strategischer Anker – nicht aktiv traden

Uran-ETFs

ETFDiversifikationHebelVolatilitätGesamt
Sprott Uranium Miners ETF🟢🟡🟡🟢🟡🟡
Sprott Junior Uranium Miners ETF🟡🟢🔴🟡🟢🔴
Global X Uranium ETF🟢🟡🟡🟢🟡🟡

Einordnung:
➡️ Ideal für Einsteiger & Rebalancing

Ampel-Interpretation (klar & handlungsorientiert)

AmpelBedeutungHandlung
🟢🟢🟢🟢Hohe QualitätHalten / moderat aufbauen
🟢🟡🟡Zyklisch attraktivKaufen im Trend
🟡🟡🔴SpekulativPositionsgröße begrenzen
🔴🔴HochriskantNur für Profis / meiden

So nutzt man die Scorecard richtig

  • Nicht isoliert betrachten → immer im Zyklus-Kontext
  • 🟢-Titel = lange halten
  • 🟡-Titel = aktiv managen
  • 🔴-Titel = früh abbauen, nicht gierig werden

Die Scorecard ersetzt keine Analyse –
sie schützt vor Selbsttäuschung.

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