MyHealth@EU auf Zypern 2026: Patientenakte

Recherchestand: 15. September 2026

Seit dem 16. Mai 2025 ist Zypern offiziell an MyHealth@EU angeschlossen. Damit können bestimmte medizinische Informationen und elektronische Rezepte grenzüberschreitend zwischen Zypern und anderen teilnehmenden europäischen Gesundheitssystemen ausgetauscht werden.

Für Menschen, die in Zypern leben und regelmäßig innerhalb der EU reisen, ist das durchaus relevant. Im Notfall kann ein Arzt im Ausland wichtige Basisinformationen wie Allergien, Medikamente und bestehende Erkrankungen abrufen. Gleichzeitig können bestimmte elektronische Rezepte aus Zypern in teilnehmenden EU-Staaten digital abgerufen werden.

Allerdings wird MyHealth@EU häufig mit einer vollständigen europaweiten Patientenakte verwechselt. Genau das ist das System derzeit noch nicht.

Der aktuelle Funktionsumfang ist wesentlich klarer begrenzt.

Was ist MyHealth@EU?

MyHealth@EU ist die europäische Infrastruktur für den sicheren grenzüberschreitenden Austausch bestimmter Gesundheitsdaten.

Technisch werden die nationalen Gesundheitssysteme nicht einfach miteinander verschmolzen. Stattdessen verfügt jedes teilnehmende Land über einen sogenannten:

National Contact Point for eHealth – NCPeH

Diese nationalen Kontaktstellen ermöglichen einen standardisierten Datenaustausch zwischen den beteiligten Staaten.

Dadurch kann beispielsweise ein Arzt in einem anderen EU-Land relevante Gesundheitsinformationen eines Patienten aus Zypern erhalten, sofern die technischen und rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Europäische Kommission bezeichnet diese Infrastruktur als eHealth Digital Service Infrastructure (eHDSI).

Seit wann ist Zypern dabei?

Zypern startete seine elektronischen grenzüberschreitenden Gesundheitsdienste offiziell am:

16. Mai 2025

Bei der Einführung wurde Zypern nach Angaben der National eHealth Authority zum 16. EU-Mitgliedstaat innerhalb der MyHealth@EU-Infrastruktur.

Zum Start wurden zwei besonders wichtige Funktionen bereitgestellt:

  • Patient Summary
  • elektronische Rezepte und elektronische Abgabe von Medikamenten

Weitere Gesundheitsdaten sollen schrittweise folgen.

Was funktioniert 2026 bereits?

Für Patienten sind derzeit vor allem zwei Dienste relevant.

Patient Summary

Die Patient Summary ist eine medizinische Kurzakte.

Sie soll einem Arzt in einem anderen teilnehmenden europäischen Staat schnell einen Überblick über besonders relevante Gesundheitsinformationen geben.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Allergien,
  • bekannte medizinische Probleme,
  • chronische Erkrankungen,
  • aktuelle Medikamente,
  • relevante frühere Medikamente,
  • Operationen und medizinische Eingriffe,
  • Implantate,
  • teilweise Impf- und Vorsorgeinformationen,
  • wichtige Angaben zur Krankengeschichte.

Es handelt sich damit nicht um die vollständige Krankenakte mit jedem einzelnen Arztbrief und jedem Untersuchungsergebnis.

Die Patient Summary soll vor allem Informationen bereitstellen, die für eine sichere Behandlung im Ausland unmittelbar wichtig sind.

Beispiel: Notfall während einer Reise

Angenommen, jemand lebt in Paphos und reist nach Griechenland.

Während des Aufenthalts treten plötzlich starke gesundheitliche Beschwerden auf.

Ein entsprechend angeschlossener Arzt kann über das europäische System die Patient Summary aus Zypern abrufen.

Er kann dadurch beispielsweise erkennen:

  • welche Medikamente der Patient regelmäßig nimmt,
  • ob bekannte Allergien bestehen,
  • welche chronischen Erkrankungen bekannt sind,
  • welche relevanten medizinischen Eingriffe bereits erfolgt sind.

Gerade bei Sprachproblemen oder wenn ein Patient selbst keine vollständigen Informationen geben kann, kann das einen erheblichen praktischen Vorteil darstellen.

Elektronische Rezepte aus Zypern

Der zweite zentrale Bestandteil ist die:

ePrescription

Ein Arzt in Zypern kann eine elektronische Verschreibung für einen Patienten ausstellen, der in einen anderen teilnehmenden EU-Staat reist.

Eine dort angeschlossene Apotheke kann die Verschreibung elektronisch abrufen und das Medikament abgeben.

Nach der Ausgabe kann diese sogenannte:

eDispensation

an das Heimatland zurückgemeldet werden.

Dadurch kann nachvollzogen werden, dass das Medikament bereits abgegeben wurde.

Funktioniert ein zypriotisches Rezept automatisch in jeder EU-Apotheke?

Nein.

Das sollte deutlich von der häufig vereinfachten Darstellung unterschieden werden.

MyHealth@EU funktioniert nur dort elektronisch, wo:

  1. das jeweilige Land den entsprechenden Dienst unterstützt,
  2. die nationale Infrastruktur miteinander verbunden ist und
  3. die konkrete Apotheke beziehungsweise Gesundheitseinrichtung an das System angeschlossen ist.

Darüber hinaus kann ein Medikament in einem anderen Land:

  • einen anderen Handelsnamen haben,
  • in anderer Dosierung angeboten werden,
  • nicht zugelassen sein,
  • nicht verfügbar sein.

EU-Recht sieht grundsätzlich vor, dass Rezepte aus einem EU-Land auch in einem anderen EU-Land anerkannt werden können. Die tatsächliche Abgabe hängt aber weiterhin von den nationalen Vorschriften und der Verfügbarkeit des Arzneimittels ab.

Muss ich Medikamente im Ausland bezahlen?

Hier war die alte Fassung des Artikels zu optimistisch.

Ein über MyHealth@EU übertragenes Rezept bedeutet nicht automatisch, dass du im Ausland nur den normalen GeSY-Eigenanteil bezahlst.

Bei einem grenzüberschreitenden Rezept kann es durchaus passieren, dass du das Medikament zunächst vollständig selbst bezahlen musst.

Anschließend kann je nach Versicherung und Anspruch eine Erstattung möglich sein.

Die Europäische Kommission weist ausdrücklich darauf hin, dass Patienten bei grenzüberschreitenden Rezepten häufig zunächst den vollen Preis bezahlen müssen.

Deshalb solltest du immer:

  • Rechnung beziehungsweise Kassenbon aufbewahren,
  • Rezeptnachweis behalten,
  • bei GeSY beziehungsweise deiner Krankenversicherung die Erstattungsmöglichkeiten prüfen.

Für GeSY-Versicherte kann bei grenzüberschreitender medizinischer Versorgung grundsätzlich eine Erstattung nach zypriotischen Regeln beantragt werden. Die Erstattung ist dabei auf den Betrag begrenzt, der auch bei entsprechender Behandlung in Zypern erstattungsfähig gewesen wäre.

MyHealth@EU ersetzt nicht die EHIC

Ein wichtiger Punkt:

MyHealth@EU und die Europäische Krankenversicherungskarte – EHIC/EKVK – sind nicht dasselbe.

Die EHIC regelt grundsätzlich den Zugang zu medizinisch notwendiger Versorgung während eines vorübergehenden Aufenthalts in einem anderen EU-/EWR-Staat beziehungsweise der Schweiz, soweit die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind.

MyHealth@EU betrifft dagegen den digitalen Austausch medizinischer Informationen und elektronischer Rezepte.

Im praktischen Alltag ergänzen sich beide Systeme.

Beispielsweise kann die EHIC den Zugang zur Behandlung beziehungsweise Abrechnung erleichtern, während MyHealth@EU dem Arzt relevante medizinische Informationen bereitstellt.

Welche Daten enthält die Patient Summary?

Die zypriotische Patient Summary kann verschiedene strukturierte medizinische Informationen umfassen.

Dazu gehören insbesondere:

Patientendaten

  • Name,
  • Geburtsdatum,
  • Geschlecht,
  • Identifikationsinformationen,
  • Versicherungsinformationen.

Medizinische Informationen

  • Allergien,
  • aktuelle Erkrankungen,
  • frühere wichtige Erkrankungen,
  • Medikamente,
  • medizinische Eingriffe,
  • Implantate,
  • funktioneller Gesundheitsstatus.

Zusätzliche Angaben

Je nach Datensatz können auch Kontaktpersonen oder medizinische Ansprechpartner enthalten sein.

Der genaue Inhalt hängt davon ab, welche Daten tatsächlich im zypriotischen System gespeichert wurden.

Werden automatisch alle GeSY-Daten übertragen?

Nein.

Das ist ein besonders wichtiger Unterschied.

MyHealth@EU bedeutet nicht, dass ein Arzt in einem anderen EU-Land automatisch uneingeschränkten Zugriff auf deine vollständige GeSY-Akte erhält.

Derzeit werden primär definierte strukturierte Datensätze ausgetauscht.

Die Patient Summary enthält einen medizinisch relevanten Überblick, aber nicht automatisch:

  • sämtliche Arztberichte,
  • jede einzelne Untersuchung,
  • komplette Krankenhaushistorien,
  • sämtliche Röntgenbilder,
  • alle Laborergebnisse.

Diese umfangreicheren Datenkategorien werden erst schrittweise in die europäischen Systeme integriert.

Was kommt künftig dazu?

Die nächste Ausbaustufe umfasst deutlich mehr medizinische Informationen.

Zyperns Gesundheitsministerium nennt unter anderem:

  • Laborberichte,
  • Krankenhaus-Entlassungsberichte,
  • medizinische Bildgebungsberichte,
  • medizinische Bilder.

Damit entwickelt sich MyHealth@EU schrittweise von einer Basis-Infrastruktur hin zu einem umfassenderen europäischen Gesundheitsdatenaustausch.

Was ist der European Health Data Space?

MyHealth@EU ist eng mit dem größeren europäischen Projekt European Health Data Space – EHDS verbunden.

Der EHDS schafft einen EU-weiten gesetzlichen Rahmen für digitale Gesundheitsdaten.

Dabei geht es langfristig unter anderem um:

  • besseren elektronischen Zugriff auf eigene Gesundheitsdaten,
  • grenzüberschreitende Verfügbarkeit,
  • Interoperabilität nationaler Gesundheitssysteme,
  • Rechte auf Einsicht und Berichtigung,
  • standardisierte elektronische Gesundheitsakten.

Die entsprechenden Verpflichtungen werden jedoch nicht gleichzeitig und vollständig umgesetzt.

Für zentrale Patientenrechte und den sogenannten Primary Use der Gesundheitsdaten nennt die Europäische Kommission derzeit insbesondere den Zeitraum ab 26. März 2029.

MyHealth@EU ermöglicht bereits vorher einen Teil dieser Funktionen.

Gibt es 2029 automatisch eine vollständige EU-Patientenakte?

Nein.

Auch diese Aussage sollte gegenüber der alten Version präzisiert werden.

Ab 2029 greifen wichtige Teile der EHDS-Regelungen, insbesondere rund um:

  • Patient Summaries,
  • elektronische Rezepte,
  • elektronische Abgabe von Arzneimitteln.

Andere Datentypen werden später verpflichtend.

Nach der derzeitigen europäischen Planung sollen beispielsweise:

  • medizinische Bilder,
  • Laborergebnisse,
  • Krankenhausentlassungsberichte

in weiteren Ausbaustufen folgen.

Die Europäische Kommission nennt dafür derzeit teilweise den Zeitraum bis 2031.

Kann ich meine Daten selbst sehen?

Ja.

Zypern bietet ein eigenes Beneficiary Portal für die grenzüberschreitenden Gesundheitsdienste an.

Dort können Patienten unter anderem:

  • ihre Patient Summary ansehen,
  • elektronische Rezepte ansehen,
  • bereits eingelöste und noch nicht eingelöste Rezepte prüfen.

Für den Zugang benötigt man aktuell:

  • ein verifiziertes Cy Login,
  • aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung,
  • eine hinterlegte Patient Summary oder ein elektronisches Rezept.

Das Portal richtet sich insbesondere an Personen, die in ein anderes EU-Land reisen und dort möglicherweise medizinische Versorgung benötigen.

Brauche ich Cy Login?

Für den eigenen Zugriff auf das zypriotische Beneficiary Portal ist derzeit ein:

verifiziertes Cy Login

erforderlich.

Zusätzlich muss:

Two-Factor Authentication – 2FA

aktiviert sein.

Cy Login entwickelt sich zunehmend zum zentralen Zugang für digitale staatliche Dienstleistungen in Zypern.

Wer dauerhaft in Zypern lebt, sollte deshalb ohnehin prüfen, ob sein Cy-Login-Konto vollständig verifiziert ist.

Muss ich vor einer Reise etwas aktivieren?

Es ist sinnvoll, vor einer Reise zu prüfen, ob überhaupt eine Patient Summary vorhanden ist.

Das zypriotische Portal nennt ausdrücklich als Voraussetzung:

  • eine registrierte Summary Health Record oder
  • ein elektronisches Rezept des behandelnden Arztes.

Ohne vorhandene Daten kann natürlich auch nichts sinnvoll grenzüberschreitend übertragen werden.

Wer regelmäßig Medikamente benötigt, sollte deshalb vor einer längeren EU-Reise mit seinem Arzt klären:

  • ob ein geeignetes elektronisches Rezept vorliegt,
  • ob es als grenzüberschreitendes Rezept genutzt werden kann,
  • ob das Zielland den entsprechenden Dienst bereits unterstützt.

Können Ärzte meine Daten einfach ohne Zustimmung abrufen?

Nein, der Zugriff ist nicht als frei zugängliche europaweite Gesundheitsdatenbank konzipiert.

Für die zypriotischen Dienste nennt die Regierung ausdrücklich eine Autorisierung durch den Patienten als Voraussetzung für den Abruf beziehungsweise die Nutzung bestimmter Dienste durch medizinisches Personal.

Das System verbindet nationale Kontaktstellen und berechtigte Gesundheitseinrichtungen über eine geschützte Infrastruktur.

Ein beliebiger Arzt oder eine beliebige Privatperson kann damit nicht einfach europaweit Gesundheitsdaten durchsuchen.

Datenschutz bei MyHealth@EU

Gesundheitsdaten gehören zu den besonders sensiblen personenbezogenen Daten.

Die Verarbeitung erfolgt innerhalb des europäischen Datenschutzrahmens und über die nationalen eHealth-Kontaktstellen.

Die Europäische Kommission stellt für jedes teilnehmende Land eigene Patient Information Notices bereit.

Darin wird unter anderem erläutert:

  • welche Daten verarbeitet werden,
  • warum sie verarbeitet werden,
  • über welche Systeme der Austausch erfolgt,
  • welche Rechte Patienten besitzen.

Für Zypern existieren solche Informationen sowohl für Patienten aus Zypern als auch für Patienten anderer Länder, die medizinische Leistungen in Zypern erhalten.

Was passiert bei einer Behandlung in Zypern?

Das System funktioniert grundsätzlich in beide Richtungen.

Ein Beispiel:

Eine Person aus einem anderen angeschlossenen europäischen Staat macht Urlaub auf Zypern.

Benötigt sie medizinische Versorgung, kann ein entsprechend angeschlossener zypriotischer Arzt gegebenenfalls ihre Patient Summary aus dem Heimatland abrufen.

Dadurch können wichtige Informationen über:

  • Allergien,
  • Erkrankungen,
  • Medikamente,
  • medizinische Vorgeschichte

zur Verfügung stehen.

Auch elektronische Rezepte aus anderen europäischen Staaten können in teilnehmenden zypriotischen Apotheken verarbeitet werden.

Die zypriotische Regierung bietet dafür bereits einen eigenen Dienst für Apotheken an.

Kann ich ein deutsches eRezept auf Zypern verwenden?

Hier sollte man 2026 vorsichtig formulieren.

Entscheidend ist nicht allein, ob Deutschland oder Zypern grundsätzlich Mitglied von MyHealth@EU sind.

Für die praktische elektronische Einlösung müssen:

  • Deutschland den betreffenden grenzüberschreitenden Dienst aktiv unterstützen,
  • Zypern mit diesem Dienst interoperabel sein,
  • die betreffende Apotheke teilnehmen,
  • das konkrete Medikament in Zypern verfügbar beziehungsweise zugelassen sein.

Deshalb sollte man vor einer Reise bei wichtigen Dauermedikamenten nicht ausschließlich darauf vertrauen, dass ein elektronisches Rezept problemlos funktioniert.

Bei unverzichtbaren Medikamenten ist es weiterhin sinnvoll, ausreichend Vorrat und geeignete medizinische Unterlagen mitzunehmen.

Deutschland ist nicht mehr pauschal „außen vor“

Die Aussage aus der ursprünglichen Version des Artikels:

„Deutschland ist nicht dabei“

sollte entfernt werden.

Die europäische Infrastruktur befindet sich in kontinuierlicher Erweiterung und der Status einzelner Dienste verändert sich.

Die Europäische Kommission beschreibt MyHealth@EU inzwischen als System, das schrittweise in den europäischen Staaten ausgerollt wird.

Für Patienten ist deshalb wichtiger zu prüfen, welcher Dienst zwischen welchen Ländern aktuell tatsächlich verfügbar ist, als lediglich eine starre Länderliste zu verwenden.

Welche Länder sind angeschlossen?

Eine statische Länderliste ist für einen dauerhaft aktuellen Artikel inzwischen wenig sinnvoll.

Der Grund:

Nicht jedes Land bietet gleichzeitig dieselben Funktionen an.

Ein Land kann beispielsweise bereits:

  • Patient Summaries empfangen,

aber noch keine:

  • elektronischen Rezepte versenden.

Oder umgekehrt.

Außerdem werden laufend neue Verbindungen freigeschaltet.

Die jeweils aktuelle Übersicht sollte deshalb direkt bei der Europäischen Kommission beziehungsweise den nationalen eHealth-Stellen geprüft werden.

Was passiert, wenn das System nicht funktioniert?

MyHealth@EU ist eine zusätzliche digitale Infrastruktur – kein Ersatz für medizinische Notfallversorgung.

Falls Daten technisch nicht abrufbar sind, behandelt ein Arzt den Patienten weiterhin nach den vor Ort verfügbaren Informationen.

Gerade bei wichtigen Erkrankungen empfiehlt es sich deshalb auch künftig, auf Reisen zumindest eine kompakte eigene Übersicht dabei zu haben:

  • Medikamentenliste,
  • Allergien,
  • wichtige Diagnosen,
  • Notfallkontakte,
  • gegebenenfalls relevante Arztberichte.

Digitale Systeme erhöhen die Sicherheit, sollten aber bei kritischen Gesundheitsinformationen nicht die einzige Informationsquelle sein.

Was hat MyHealth@EU mit GeSY zu tun?

GeSY ist das nationale zypriotische Gesundheitssystem.

MyHealth@EU ist dagegen die europäische Infrastruktur für den grenzüberschreitenden Datenaustausch.

Beide Systeme können miteinander verbunden sein, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

GeSY regelt unter anderem:

  • Zugang zu Ärzten,
  • Überweisungen,
  • Rezepte,
  • Leistungen,
  • Eigenbeteiligungen,
  • Abrechnung innerhalb Zyperns.

MyHealth@EU ermöglicht unter anderem:

  • grenzüberschreitenden Austausch bestimmter Gesundheitsdaten,
  • Patient Summaries,
  • elektronische Rezepte über Landesgrenzen hinweg.

MyHealth@EU ersetzt GeSY also nicht.

GeSY-Überweisungen gehören nicht in diesen Artikel

Die bisherige Version enthielt einen längeren Abschnitt über Langzeitüberweisungen und Honorarkürzungen für Fachärzte.

Diese Informationen haben mit MyHealth@EU nur indirekt beziehungsweise praktisch gar nichts zu tun.

Für einen hochwertigen Leserartikel würde ich diesen Abschnitt vollständig entfernen.

Er lenkt vom eigentlichen Thema ab und erhöht gleichzeitig das Risiko, dass der Beitrag durch Änderungen an GeSY-Regeln schnell wieder veraltet.

Warum MyHealth@EU für Einwohner Zyperns wichtig ist

Für Menschen, die dauerhaft auf Zypern leben, hat das System vor allem drei praktische Vorteile.

1. Sicherere Behandlung auf Reisen

Ein Arzt im Ausland kann wichtige Basisinformationen erhalten, ohne dass der Patient seine komplette Krankengeschichte aus dem Gedächtnis erklären muss.

2. Weniger Sprachprobleme

Strukturierte medizinische Informationen werden für den grenzüberschreitenden Austausch standardisiert.

Das reduziert Missverständnisse bei Medikamenten, Diagnosen und Allergien.

3. Elektronische Rezepte über Landesgrenzen hinweg

Bei angeschlossenen Ländern und Apotheken kann ein elektronisches Rezept digital übertragen werden.

Das ist insbesondere für Menschen interessant, die regelmäßig zwischen Zypern und anderen EU-Ländern unterwegs sind.

Was MyHealth@EU derzeit noch nicht ist

Trotz des Namens ist das System 2026 noch keine komplette EU-weite Gesundheitsakte.

Es bedeutet derzeit nicht:

  • dass jeder Arzt in Europa deine gesamte Krankenakte sieht,
  • dass sämtliche Laborwerte verfügbar sind,
  • dass jedes Röntgenbild europaweit abrufbar ist,
  • dass jedes Rezept automatisch überall funktioniert,
  • dass Medikamente im Ausland automatisch zum GeSY-Preis abgegeben werden,
  • dass alle Krankenhäuser und Apotheken Europas bereits angeschlossen sind.

Die Infrastruktur wird stufenweise ausgebaut.

Gerade diese Einschränkungen sollte man kennen, um realistische Erwartungen an das System zu haben.

Entwicklung 2026 und die nächsten Jahre

Die National eHealth Authority arbeitet auch 2026 weiter am Ausbau der Infrastruktur.

Im Juni 2026 kündigte sie unter anderem eine weitere technische Aufrüstung des National Contact Point for eHealth an.

Parallel beschäftigt sich Zypern intensiv mit der Umsetzung des European Health Data Space und der weiteren Integration elektronischer Gesundheitsinformationen.

In den kommenden Jahren dürfte deshalb zunehmend mehr medizinische Information grenzüberschreitend verfügbar werden.

Häufige Fragen zu MyHealth@EU in Zypern

Seit wann ist Zypern bei MyHealth@EU?

Zypern startete die elektronischen grenzüberschreitenden Gesundheitsdienste offiziell am 16. Mai 2025.

Was kann bereits ausgetauscht werden?

Der zentrale Funktionsumfang umfasst derzeit insbesondere:

  • Patient Summary,
  • ePrescription,
  • eDispensation.

Weitere Datenkategorien werden schrittweise ergänzt.

Kann ich meine zypriotischen Gesundheitsdaten selbst sehen?

Ja. Über das Beneficiary Portal können Patienten unter anderem ihre Patient Summary und elektronische Rezepte anzeigen lassen.

Dafür wird ein verifiziertes Cy Login mit aktivierter Zwei-Faktor-Authentifizierung benötigt.

Kann ein Arzt im Ausland meine komplette Krankenakte sehen?

Nein.

Derzeit steht hauptsächlich eine strukturierte medizinische Zusammenfassung zur Verfügung.

Kann ich ein zypriotisches Rezept im EU-Ausland einlösen?

Grundsätzlich kann MyHealth@EU dies zwischen angeschlossenen Staaten ermöglichen.

Die tatsächliche Möglichkeit hängt aber vom Zielland, der Apotheke, dem konkreten Medikament und dem jeweiligen technischen Anschluss ab.

Zahle ich im Ausland nur den GeSY-Eigenanteil?

Nicht unbedingt.

Bei grenzüberschreitenden Rezepten kann es notwendig sein, zunächst den vollständigen Medikamentenpreis zu bezahlen und später eine Erstattung zu beantragen.

Ersetzt MyHealth@EU meine EHIC?

Nein.

EHIC und MyHealth@EU erfüllen unterschiedliche Funktionen und ergänzen sich.

Sind Laborergebnisse bereits europaweit verfügbar?

Nicht flächendeckend.

Laborberichte sowie weitere medizinische Dokumente gehören zu den vorgesehenen weiteren Ausbaustufen.

Brauche ich eine spezielle App?

Für den zypriotischen Zugang ist insbesondere das staatliche Beneficiary Portal relevant.

Voraussetzung sind ein verifiziertes Cy Login und aktivierte Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Was Reisende aus Zypern praktisch tun sollten

Wer in Zypern lebt und innerhalb Europas reist, sollte vor allem folgende Punkte beachten:

  1. Cy Login verifizieren und Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.
  2. Prüfen, ob eine aktuelle Patient Summary vorhanden ist.
  3. Bei regelmäßigen Medikamenten frühzeitig mit dem Arzt über ein geeignetes Rezept sprechen.
  4. Prüfen, ob der betreffende MyHealth@EU-Dienst im Zielland bereits funktioniert.
  5. EHIC beziehungsweise entsprechenden Versicherungsnachweis mitnehmen.
  6. Wichtige Medikamenten- und Diagnoselisten zusätzlich offline verfügbar halten.
  7. Rechnungen von Behandlungen und Medikamenten im Ausland aufbewahren.

Damit nutzt man die Vorteile der neuen digitalen Infrastruktur, ohne sich vollständig darauf verlassen zu müssen.

MyHealth@EU macht Gesundheitsversorgung mobiler

Der Anschluss an MyHealth@EU ist für Zypern ein wichtiger Schritt.

Gerade auf einer Insel mit vielen:

  • Auswanderern,
  • EU-Bürgern,
  • internationalen Arbeitnehmern,
  • Geschäftsreisenden,
  • Studenten,
  • Touristen

ist der grenzüberschreitende Austausch medizinischer Informationen besonders sinnvoll.

Der größte praktische Nutzen liegt derzeit nicht in einer vollständig europäischen Patientenakte, sondern in zwei relativ klaren Funktionen:

wichtige medizinische Basisinformationen dort verfügbar machen, wo sie benötigt werden, und elektronische Rezepte grenzüberschreitend nutzbar machen.

In den nächsten Jahren wird dieser Funktionsumfang erheblich wachsen.

Bis dahin sollte MyHealth@EU als zusätzliche Sicherheits- und Komfortschicht verstanden werden – nicht als vollständiger Ersatz für nationale Patientenakten, Krankenversicherung oder eigene medizinische Unterlagen.


Hinweis: Die technische Verfügbarkeit einzelner MyHealth@EU-Dienste verändert sich laufend. Vor einer Reise sollte insbesondere bei wichtigen Medikamenten oder geplanten medizinischen Behandlungen geprüft werden, ob der benötigte Dienst zwischen Zypern und dem jeweiligen Zielland aktuell verfügbar ist.

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