Marshallinseln führen als erstes Land weltweiten bedingungslosen Basislohn ein

Die Marshallinseln schreiben Geschichte: Als erstes Land weltweit führen sie einen landesweiten bedingungslosen Basis­einkommens­anspruch für alle Einwohner ein. Jeder residente Bürger erhält fortan 200 US‑Dollar pro Quartal, also 800 Dollar im Jahr – unabhängig von Einkommen, Beruf oder Vermögenslage.

Wie das Programm funktioniert

Die Zahlungen stehen jedem Einwohner ohne Auflagen zu und können auf verschiedene Arten bezogen werden. Zur Auswahl stehen klassische Banküberweisung, Papierscheck oder ein digitaler Wallet in Form eines Stablecoins, der eins zu eins an den US‑Dollar gekoppelt ist.

Die ersten Auszahlungen erfolgten bereits Ende November, viele Menschen nutzten das Geld unmittelbar für Grundbedürfnisse wie Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs. Nach Regierungsangaben wählen die meisten Bewohner den Weg über das Bankkonto, nur eine kleine Minderheit experimentiert bislang mit der Krypto-Variante.

Ziel: Soziale Stabilität statt „Geld fürs Nichtstun“

Finanzminister David Paul betont, dass es ausdrücklich nicht darum geht, Arbeit zu ersetzen. 800 Dollar im Jahr reichten nicht, um auf einen Job zu verzichten, seien aber ein wichtiger „moralischer Rückhalt“, damit sich niemand vom Staat vergessen fühle.

Der Basisbetrag soll vor allem den Druck durch steigende Lebenshaltungskosten und die Abwanderung von Einwohnern mildern, die auf den abgelegenen Inseln seit Jahren spürbar sind. Offiziell versteht die Regierung das Programm als soziales Sicherheitsnetz, das die breiten Bevölkerungsschichten absichert, nicht nur besonders Bedürftige.

Wer das finanziert – und warum gerade dort

Finanziert wird der UBI aus einem speziellen Fonds, der im Rahmen eines Abkommens mit den USA geschaffen wurde. Der Fonds dient unter anderem als langfristige Kompensation für die jahrzehntelangen amerikanischen Atomtests auf dem Gebiet der Marshallinseln und umfasst derzeit mehr als 1,3 Milliarden US‑Dollar, weitere 500 Millionen sollen bis 2027 folgen.

Das Land mit rund 42.000 Einwohnern nutzt damit Erträge eines „Nuklear-Entschädigungs-Trusts“, um eine dauerhafte soziale Dividende an alle Bürger auszuschütten. In Relation zu einer durchschnittlichen Nettolohnhöhe von etwa 1.500 Dollar im Monat ist der Betrag klein, aber spürbar – insbesondere für Haushalte mit niedrigen Einkommen und in entlegenen Atollen.

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