Wenn die himmlische Parzelle zur Hölle wird

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   Wenn die himmlische Parzelle zur Hölle wird – Parzellen Gebiet Hohe Feld Huchting

   Wer kennt nicht diese Situation, ein wunderschöner, sonniger Tag am Wochenende, sommerliche Temperaturen über 20 Grad, es weht ein lauer Wind und die Strapazen einer anstrengenden Arbeitswoche liegen hinter einem? Nun gibt es nichts schöneres, als die freie Zeit in der schönen Natur unter dem makellos blauen Himmel in der Garten-Parzelle zu verbringen. Es ist früher Nachmittag, der Grill ist bereits angezündet, das Bier auf angenehme 8 Grad gekühlt und nichts kann nun mehr die Laune verderben. Viele haben ihre Familie zur Parzelle mitgebracht und Freunde eingeladen, die Kinder toben vergnügt auf dem Rasen und spielen fröhlich miteinander. So oder ähnlich stellen sich viele Familien aus der Stadt ein unbeschwertes und entspannendes Wochenende in ihrer Garten-Parzelle vor. Diese Vorstellung erscheint traumhaft, ist aber leider nur ein Traum.
   Ganz anders verhält es sich nämlich bei uns im Bremer Land im Parzellen-Gebiet Höhe Feld Huchting, denn hier herrscht eine ganz andere Stimmung. Diese Parzellen-Vereinigung ist ein eigener Staat im Staat, Rechtsordnung und Demokratie sind außer Kraft gesetzt. Beim Betreten der Anlage ist das nicht erkennbar, denn alles wirkt harmonisch, die Anlage ist sauber und die Parzellen wirken, wie aus dem Bilderbuch. Es ist rundum alles gepflegt und es herrscht eine himmlische Ruhe. Besucher sind durch diesen ersten Eindruck begeistert. Aber himmlische Ruhe hat nichts zu tun mit irdischem Leben. Erst bei genauerem Hinsehen und Hinhören wird deutlich, dass es in dieser Anlage kein Leben gibt, weder Musik, noch spielende Kinder oder gar lautes Lachen. Das ist hier nämlich nicht erwünscht.
   Seit 1973 herrscht in diesem kleinen Staat im Staat die absolute Monarchie. Der einst an die Spitze der Vereinigung gewählte Vorstand bestimmte über viele Jahre allein über die Regeln im Parzellen-Gebiet ohne sich für die Interessen der Parzellen-Pächter zu interessieren. Er verfolgte ausschließlich seine persönlichen Interessen. Ein überzogener Regelungsdrang wird mit Strafgeldern durchgesetzt und ist verantwortlich für die Totenstille in diesem vermeintlichen Freizeit-Paradies. Die Auswahl der Mitglieder erfolgt nach einem strengen Bewertungsverfahren und da scheiden Ausländer und südländische Familien von vornherein aus. Ausländern eilt der Ruf voraus, dass sie laut sind und immer gleich mit der ganzen Familie auftreten. Ja, es stimmt, sie sind lebenslustig und deshalb ist hier wohl nicht der richtige Platz für sie. In dieser Parzellen-Anlage sind die Deutschen unter sich und erfüllen sich den Traum von Sauberkeit und Ordnung.
   Neulinge in der Parzellen-Anlage werden von Beginn an mit absurden vereinsinternen Gesetzen konfrontiert, Regelungen aus einer längst vergangenen Zeit, die junge Familien von vornherein abschrecken. Wer zu dieser Gemeinschaft gehören will, sieht sich einem üblen Mobbing-Szenario durch selbsternannte Wegewarte wie Hinrich Siebels ausgesetzt, der unter den Mitgliedern auch als „Onkel Böse“ bekannt ist. Mitglieder der Parzellen-Vereinigung berichten uns unglaubliche Geschichten, unter anderem:
  •    Vorstand und Wegewarte spionieren uns nach. In Mahnschreiben werden wir darauf hingewiesen, dass unser Rasen ein paar Zentimeter zu hoch ist oder dass sich die Nachbarn darüber beschwert hätten, dass das Unkraut aus unseren Parzellen zu ihnen herüber wächst. Auf Nachfragen reagieren die Nachbarn überrascht, denn sie haben keine Probleme mit hohem Rasen oder Unkraut und sich zu keiner Zeit darüber beschwert. 
 
  •    Was auch immer in der Anlage passiert, Schuld sind immer die Kinder, sogar dann, wenn wir uns gerade im Urlaub befinden und niemand in dieser Zeit die Parzelle genutzt hat. Der Verein will keine Kinder in der Anlage haben, weil sie ihnen zu laut und zu lebhaft sind. 
 
  •    Sobald ich mit dem Auto zu meinem Garten komme, steht der Wegewart vor meinem Garten, blickt skeptisch auf die Uhr und stoppt die Zeit, in der mein Auto vor dem Garten steht. 
   Das Leben in dieser Parzellen-Anlage ist kein angenehmes Freizeit-Vergnügen, sondern purer Stress. Der Verein organisiert sogar regelmäßig Kinderfeste, aber es fehlen die Kinder, weil sie schon vorher vergrault wurden. Familien möchten ihre Freizeit in dieser Parzellen-Anlage nicht verbringen. Vorstand und Wegewarte weisen darauf hin, dass es sich bei der Parzellen-Anlage um ein Erholungsgebiet handelt. Deshalb müssten Eltern besser auf ihre Kinder aufpassen und sie so erziehen, dass sie nicht laut sind. Nach Meinung des Vorstandes kommen die Menschen in die Anlage, um sich zu erholen und ungestört zu sein. Für Kinder ist dabei kein Platz. Aber sind junge Familien und Kinder denn keine Menschen? Spielende Kinder sind keine Lärmbelästigung, das haben inzwischen selbst die höchsten Gerichte festgestellt. Aber derartige Gerichtsurteile scheinen für den Parzellen-Verein im Bremer Land keine Gültigkeit zu haben. Hier herrschen Zucht und Ordnung wie im Deutschland vergangener Zeiten. Erholung gibt es in dieser Anlage nur nach Vorschrift. Das so etwas heute noch möglich ist, erscheint völlig unglaublich.
   Interviews mit einigen Familien unter den Vereins-Mitgliedern belegen, dass junge Familien mit Kindern Angst vor dem Vorstand haben, der bereits bei der kleinsten Auseinandersetzung mit Mahngeldern und Anzeigen droht. Eine demokratische Willensbildung, Diskussionen und Kompromisse zugunsten aller Parteien sind in dieser Garten-Anlage nicht möglich. Wer fünf Minuten zu lange vor seinem Garten parkt oder zehn Minuten zu früh mit dem Rasenmähen beginnt, muss sich sofort bei Wegewart und Vorstand rechtfertigen und sich anschreien lassen. Vor kurzem wurde in dem Verein ein neuer Vorstand gewählt. Aber die Hoffnung auf Einführung von Demokratie und Freiheit wurde schnell enttäuscht. Im Gegenteil, die Situation verschlimmerte sich sogar noch. Die Gartengesetze wurden verschärft und in neuen Beschlüssen wurden die Mahngelder angehoben. Rücksprache mit dem Vorstand ergab, dass nun doppelt so hohe Mahngelder zu entrichten sind, wenn jemand zum Beispiel beim angekündigten Termin zur Stromablesung nicht anwesend ist. Dazu meinte Vorstandsmitglied Oetekar:
   „Ich habe Besseres zu tun, als hinter jedem herzulaufen, um den Zählerstand abzulesen.
Das kann nicht sein, dass einige Mitglieder die Erstellung der Stromabrechnung verzögern, weil 
sie zum angekündigten Termin nicht anwesend sind. Wenn ich extra einen Brief schreiben muss, berechne ich dafür zusätzliche Mahnkosten!“
   Der Vorstand scheint sich in diesem Verein seiner Aufgabe nicht bewusst zu sein. Ist er doch eigentlich gewählt, um die Mitglieder in allen Angelegenheiten zu vertreten, so spielt er sich in diesem Verein als Exekutivmacht auf und verhängt eigenmächtig Mahn- und Zwangsgelder. Soll er sich für die Interessen der Mitglieder einsetzen, hat er also Besseres zu tun, als seine Aufgabe zu erfüllen. Beispiele wie diese lassen sich in beliebiger Anzahl aufzählen, denn täglich kommen neue Eigenmächtigkeiten dieser Vorstandsmitglieder hinzu.
   Fröhliche Grillfeste unter blauem Himmel gibt es in diesem Verein nicht. Vielmehr müssen die Mitglieder allen Mut aufbringen, um sich mit ihrer Furcht vor neuen Mobbing-Attacken überhaupt noch zu ihren Parzellen zu trauen. Aber sie müssen ihren Garten möglichst täglich aufsuchen, um mit dem Zollstock die Länge des Rasens zu überprüfen und ihre Bäume und lebendigen Zäune zu vermessen, damit sie nicht die vorgeschriebenen Maße überschreiten.

Liebe Leser,  

erkennen Sie die Absurdität dieser Situation? Menschen, die in einer freien, demokratischen Gesellschaft leben wollen, sind selbst nicht bereit, in kleinen Gruppen und Vereinen dieselbe demokratische Grundordnung gelten zu lassen, die sie im täglichen Leben für sich in Anspruch nehmen. Vereinsmitgliedern, die diese Freiheit auch im Verein genießen möchten,  wird sie einfach abgesprochen. Sie werden drangsaliert und gemobbt von Funktionsträgern im Verein, die mit der kleinen Macht, die sie hier für sich in Anspruch nehmen, nicht umgehen können. Vielmehr nutzen sie ihre Funktion im Verein hemmungslos aus, um rücksichtslos ihr Ego auszuleben. Anstelle von gegenseitigem Verständnis herrschen hier Diskriminierung und Kinderfeindlichkeit gegenüber einzelnen Vereinsmitgliedern, Eigenschaften, die doch längst ausgestorben sein sollten. 
 
Da kann man nur sagen: „Herzlich willkommen in der heilen Welt der Parzellenanlage Höhen Feld Huchting, der kleinen Hölle für Familien, Kinder und freiheitsliebende Menschen!“

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16 Replies to “Wenn die himmlische Parzelle zur Hölle wird”

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