Titel:
Krypto-Wal setzt 748 Millionen Dollar auf Bitcoin, Ethereum und Solana
Einleitung: Ein Spieler, drei Wetten, fast drei Viertel einer Milliarde
Ein einzelner Marktteilnehmer sorgt derzeit für Gesprächsstoff in der Krypto-Szene: Ein Wal mit einem geschätzten Vermögen von rund 11 Milliarden US‑Dollar hat gigantische Long-Positionen auf Bitcoin, Ethereum und Solana aufgebaut – Gesamtvolumen etwa 748 Millionen Dollar. Besonders brisant: Derselbe Trader hatte im Oktober mit massiven Shorts den anschließenden Markteinbruch beeindruckend genau getroffen. Nun stellt er sich klar auf die bullische Seite und liefert damit ein spannendes Stimmungsbild für den Markt.
Wer ist dieser „Bitcoin OG“ – und was macht ihn so besonders?
On-Chain-Analysten wie Lookonchain verfolgen die Aktivitäten des Traders schon seit Monaten und sprechen von einem „Bitcoin OG“, der wiederholt durch aggressives, aber bemerkenswert gut getimtes Risikoverhalten aufgefallen ist. Seine Wallets bewegen regelmäßig Beträge, die eher an institutionelle Fonds als an private Spieler erinnern – mit Einzelpositionen im neunstelligen Bereich.
Erste Aufmerksamkeit zog er im Spätsommer auf sich:
- Verkauf eines großen Bitcoin-Pakets im Volumen von rund 2,59 Milliarden Dollar
- zeitgleicher Aufbau einer massiven Ethereum-Spotposition im Wert von etwa 2,2 Milliarden Dollar
- anschließende Eröffnung eines großen ETH-Longs im Derivatemarkt mit rund 577 Millionen Dollar Einsatz.
Diese Manöver wirkten im Nachhinein wie ein gezielter Schwenk von BTC hin zu ETH – und eröffneten Spekulationen, dass der Trader auf eine relative Outperformance von Ethereum setzt.
Die aktuelle Mega-Wette: Long auf drei Schwergewichte
598 Millionen Dollar Long auf Ethereum
Der Kern der neuen Wette liegt auf Ethereum. Laut Lookonchain hält der Wal eine Long-Position auf ETH im Volumen von etwa 598 Millionen US‑Dollar – aufgebaut zu einem durchschnittlichen Einstiegspreis von ungefähr 3147 Dollar pro Coin.
Wichtiges Detail:
Die Liquidationsmarke dieser Position liegt bei rund 2143 Dollar. Fällt der ETH-Kurs dauerhaft in diese Region, drohen automatische Schließungen der Position, was bei der Größe des Engagements zusätzliche Volatilität in den Markt bringen könnte.
Um diese Wette zu unterfüttern, hat der Trader zuletzt erneut 112.894 ETH – im Gegenwert von etwa 332 Millionen Dollar – zur Börse Binance transferiert. Solche Einzahlungen signalisieren in der Regel, dass die Coins als Collateral oder zur aktiven Positionierung dienen.
Long auf Bitcoin und Solana: kleinere, aber signifikante Blöcke
Neben Ethereum spielt der Wal auch die beiden anderen großen Narrative des Marktes: Bitcoin als „digitales Gold“ und Solana als führenden High-Performance-Altcoin.
- Auf Bitcoin setzt er rund 87,2 Millionen Dollar und spielt damit auf einen Anstieg in Richtung etwa 91.506 Dollar pro BTC.
- Auf Solana entfallen etwa 63,2 Millionen Dollar, mit einem Zielbereich um 130,10 Dollar je SOL.
Ob die genannten Zielkurse direkt aus den Positionsdaten abzuleiten sind oder eher analytische Projektionen darstellen, ist offen – klar ist jedoch, dass der Trader einen relevanten Aufschwung bei allen drei Assets erwartet.
Aktuell im Minus – und trotzdem überzeugt
Zum Zeitpunkt des Berichts liegt der Wal mit seinem Gesamtpaket im unrealisierten Verlust von rund 49 Millionen US‑Dollar. Das bedeutet:
- Die Positionen sind deutlich im Risiko.
- Er hat die Wette nicht im „perfekten Dip“ aufgebaut, sondern mitten in einer noch unsicheren Marktphase.
Für einen Player dieser Größenordnung scheint das jedoch einkalkuliert: Die Positionsgrößen deuten auf einen mittel- bis langfristigen Horizont und die Bereitschaft hin, vorübergehende Drawdowns in zweistelliger Millionenhöhe auszuhalten.
Rückblick: Wie der Wal den Oktober-Crash antizipierte
Short-Feuerwerk kurz vor dem Absturz
Besonders viel Respekt hat sich der Trader mit seinem Verhalten rund um den Marktsturz im Oktober erarbeitet. Am 10. und 11. Oktober eröffnete er eine Serie großer Short-Positionen auf Bitcoin und Ethereum – nur wenige Tage bevor der Markt tatsächlich deutlich nachgab.
Die Größenordnung:
- 10‑fach gehebelter Short auf 6189 BTC im Gegenwert von rund 752,9 Millionen Dollar
- 12‑fach gehebelter Short auf 81.203 ETH mit einem Volumen von etwa 353,1 Millionen Dollar.
Die zugehörigen Liquidationspreise lagen sehr weit über den damaligen Kursniveaus:
Damit positionierte sich der Wal nicht gegen einen normalen Markt, sondern baute Puffer für ungewöhnliche Rallye-Szenarien ein – und profitierte vom anschließenden Einbruch.
Vom Crash-Propheten zum Bullen
Genau dieser Track-Record ist der Grund, warum die aktuelle Long-Positionierung so viel Beachtung findet. Ein Akteur, der einen Markteinbruch so zielgenau trifft, gilt in den Augen vieler Trader als „Smart Money“. Wenn derselbe Akteur nun massiv auf eine Rallye setzt, werten nicht wenige das als Signal, dass größere Bewegung nach oben wahrscheinlicher wird.
Natürlich garantiert kein vergangener Erfolg zukünftige Treffer – aber im sentimentgetriebenen Kryptomarkt haben solche Figuren eine enorme narrative Wirkung.
Ethereum im Fokus: Wale akkumulieren weiter
Smart Money sammelt ETH ein
Der Wal ist nicht der einzige große Player, der Ethereum aggressiv aufstockt. Der Analyst „Milk Road“ beobachtet seit dem 26. Dezember deutliche Zuflüsse auf Adressen mit großen ETH-Beständen: Rund 120.000 ETH – etwa 350 Millionen Dollar – wurden in wenigen Tagen zusätzlich eingesammelt.
Bemerkenswerter Befund:
Adressen, die jeweils mehr als 1000 ETH halten, kontrollieren inzwischen ungefähr 70 Prozent des gesamten zirkulierenden Angebots – und dieser Anteil wächst seit Ende 2024 kontinuierlich. Das bedeutet: Ein relativ kleiner Kreis großer Halter bündelt einen Großteil der verfügbaren Coins.
Nansen: Kauftempo der Wale zieht an
Das Analysehaus Nansen bestätigt den Trend und meldet, dass Wale ihr Kauftempo bei ETH in der letzten Woche um mehr als das 1,5‑Fache erhöht haben. Konkret:
- 19 Wallets kauften zusammen Ethereum im Wert von etwa 7,43 Millionen Dollar.
Auch wenn diese Summe im Vergleich zu Milliardenpositionen überschaubar wirkt, zeigt der Trend: Große Adressen nutzen die aktuellen Kurse, um schrittweise weiter aufzustocken.
Makroperspektive: Kapital wandert von Metallen in Krypto
Ex-BitForex-CEO: „Short-Squeeze in Metallen ist durch“
Garrett Jin, früherer CEO der inzwischen eingestellten Börse BitForex, sieht eine tiefere Verschiebung zwischen Anlageklassen. Seiner Einschätzung nach ist der spektakuläre Short-Squeeze im Edelmetallsektor weitgehend ausgespielt – und genau dieses Kapital sucht nun neue Chancen im Kryptomarkt.
In einem Kommentar spricht er von einem beginnenden Kapitalfluss:
„Der Short-Squeeze bei Metallen ist wie erwartet vorbei. Kapital beginnt in Richtung Krypto zu fließen.“
Damit verknüpft er zwei Erzählungen:
- Metalle wie Silber und Gold haben eine Rallye hinter sich, die vorerst ausgereizt sein könnte.
- Krypto erscheint vielen Anlegern als nächster Kandidat für starke Bewegungen – besonders nach Korrekturen und bei wachsendem Interesse institutioneller Investoren.
Krypto als nächste Station im Risiko-Rotation
Im größeren Bild passt diese Einschätzung in ein bekanntes Muster der Risiko-Rotation:
- Kapital verlässt überhitzte Sektoren mit hohem Gewinnniveau (z. B. Metalle nach Short-Squeeze).
- Anleger suchen Bereiche mit noch nicht voll ausgespieltem Potenzial – häufig Technologie- oder Krypto-Assets.
- Wale wie der beschriebene Trader verstärken diesen Effekt, wenn sie mit großen Summen in Erwartung eines neuen Aufwärtstrends vorpreschen.
Ob der Markt diesem Drehbuch folgt, ist offen – aber das Narrativ ist da.
Gegenposition: Top-Trader auf Hyperliquid bleiben bärisch
Erfolgreichste Trader setzen auf Shorts
Spannend ist, dass nicht alle Profis in dasselbe Horn blasen. Auf der Derivateplattform Hyperliquid, die für ihren aktiven Profi- und Quant-Trader-Bereich bekannt ist, halten die nach Rendite erfolgreichsten Trader weiterhin ausgeprägte Short-Positionen auf Bitcoin und Ethereum.
Laut Nansen summieren sich die offenen Shorts auf:
Diese Zahlen zeigen: Ein Teil des „Smart Money“ rechnet mit weiteren Rücksetzern – oder spielt zumindest aktiv die Volatilität nach unten.
Long-Wal vs. Short-Elite
Damit prallen zwei Welten aufeinander:
- ein einzelner, extrem großer Wal, der mit fast 750 Millionen Dollar auf steigende Kurse setzt
- ein Kollektiv erfolgreicher Trader, das signifikante Short-Positionen hält.
Für den Markt bedeutet das:
- Potenzial für kräftige Short-Squeezes, falls die Kurse steigen und Shorts unter Druck geraten
- ebenso die Gefahr tieferer Korrekturen, wenn der Wal falsch liegt und gezwungen wird, Positionen abzubauen.
Dieses Kräfteverhältnis ist typischer Stoff für volatile Phasen mit schnellen Ausschlägen in beide Richtungen.
Aktueller Marktstand: „Digitales Gold“ und Leit-Altcoin unter Druck, aber im Spiel
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung notiert Bitcoin um die 87.900 US‑Dollar, Ethereum bewegt sich in der Zone um 2900 Dollar. Beides liegt spürbar unter den Hochs, die im Verlauf des Jahres markiert wurden – aber weit über den langfristigen Durchschnittsniveaus früherer Zyklen.
Die Lage lässt sich so beschreiben:
- Der Markt ist aus dem überhitzten Bereich zurückgekommen.
- Gleichzeitig ist von einem „Tiefpunkt“ im klassischen Bärenmarkt-Sinn keine Rede.
- Große Adressen sehen die aktuellen Kurse offenbar als attraktiven Einstieg oder Nachkauf, während Teile des Derivatemarkts auf weitere Abwärtsbewegungen spekulieren.
Hinzu kommt: Trotz eines Rückgangs der Handelsaktivität um etwa 40 Prozent stieg das Volumen der Hebelpositionen im Dezember um rund 2,4 Milliarden Dollar. Der Markt ist also hoch aufgeladen – sowohl auf der Long- als auch auf der Short-Seite.
Ein Wal als Katalysator für das nächste Kapitel
Die Story um den „Bitcoin OG“, der 748 Millionen Dollar auf die Rallye von Bitcoin, Ethereum und Solana setzt, bündelt viele Fäden, die den Kryptomarkt Ende 2025 prägen. Ein erfahrener Großakteur mit nachweislichem Timing-Geschick dreht von aggressiven Shorts auf massive Longs – während Wale im Hintergrund weiter Ethereum akkumulieren und Kapital offenbar von überhitzten Metallmärkten in digitale Assets wandert.
Gleichzeitig bleiben die erfolgreichsten Derivate-Trader skeptisch und halten große Shorts auf BTC und ETH – ein klares Zeichen dafür, dass die nächsten Bewegungen von heftigen Positionsbereinigungen begleitet sein könnten. Ob der Wal am Ende wieder richtig liegt oder dieses Mal zum Lehrstück über Risiko wird, ist offen. Sicher ist nur: Seine Wette macht deutlich, dass der Kampf um die nächste große Trendrichtung im Kryptomarkt längst begonnen hat – und dass die Musik zwischen Bullen und Bären noch nicht verstummt ist.







