Bitcoin fällt unter 90.000 Dollar: Gründe, Prognosen und Chancen für Investoren

Zum ersten Mal seit sieben Monaten ist der Kurs von Bitcoin auf unter 90.000 US-Dollar abgesackt. Die verunsicherte Krypto-Community sieht aber nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Welche Faktoren stecken hinter dem Preisverfall? Wo liegen die nächsten Marken für Trader – und wie ordnen Top-Experten die Situation ein?

1. Das aktuelle Marktgeschehen: Schnellster Kursrutsch seit Monaten

Am 18. November notierte Bitcoin kurzzeitig bei 89.390 Dollar, ein Tagesverlust von 6 Prozent. Während der Handel rund um die Welt angespannt bleibt und kurzfristige Unsicherheit herrscht, loten Anleger neue Unterstützungszonen aus.

Laut Chartanalysen könnte sich die nächste wichtige Unterstützung im Bereich von 85.000 bis 87.000 Dollar befinden. Einige Experten halten sogar einen Test der 80.000-Dollar-Marke für möglich – der ultimative Absturz jedoch sei unwahrscheinlich.

2. Hauptursachen für den Preisverfall: Zwischen Gewinnmitnahmen und Marktdruck

Das aktuelle Absinken wird gleich von mehreren Faktoren getrieben:

  • Jahresend-Rally und Gewinnmitnahmen: Viele institutionelle Anleger sichern nach der extremen Rallye ihre Erträge und schließen Positionen zum Jahresende.
  • ETF-Abflüsse: In den letzten drei Wochen flossen aus Bitcoin-ETFs in den USA mehr als drei Milliarden Dollar ab – ein massiver Liquiditätsentzug.
  • Handelsdruck durch kurzfristige Spekulanten: Akteure passen Positionen an, was die Volatilität erhöht.
  • Unsicherheit wegen US-Fed: Die Märkte warten auf Signal der US-Notenbank zur Zinspolitik – eine anhaltende Unsicherheit verstärkt die Skepsis.
  • Liquiditätsengpässe: Stillstand in Teilen der US-Regierung sorgt für zusätzliche Nervosität.
  • Saisonale Steuereffekte: Viele Anleger verkaufen aktuell Assets zur Steueroptimierung – das drückt die Kurse zusätzlich.

3. Psychologie und Stimmung: Der Markt in der Angstzone

Der „Fear & Greed Index“ für Kryptowährungen steht auf 11 – extreme Angst dominiert aktuell die Anlegerstimmung. Analystin Rachel Lucas (BTC Markets) spricht von einem „psychologisch bedeutenden Moment“, der zeige, wie fragil der Markt nach der Hausse tatsächlich sei.

4. Expertenprognosen: Bodenbildung oder Absturz?

Langfristige Investoren und Branchenkenner sehen im Einbruch nicht nur Gefahren. Tom Lee (BitMine) und Matt Hougan (Bitwise) bewerten das aktuelle Kursniveau als „attraktive Einstiegsgelegenheit für Generationen“. Sie erwarten ein Ende der Verkäufer-Erschöpfung und glauben, dass BTC bis Jahresende sogar neue Allzeithochs markieren könnte – gestützt durch eine Erholung am Aktienmarkt.

Auch Forscher von Bernstein bewerten den Einbruch als „kurzfristige 25%-Korrektur, nicht als Trendwende“. Ihr mittelfristiger Ausblick zielt auf einen Bitcoin-Stand von 200.000 Dollar bis 2027.

Vincent Liu (Kronos Research) bleibt ebenfalls bullisch: Er sieht „keine Veränderung des Langzeit-Narrativs“ und betont die Rolle von Bitcoin als „digitales Gold“.

5. Pro & Contra für Investoren: Jetzt nutzen oder abwarten?

Pro:

  • Top-Experten sehen Kaufchance bei fallenden Kursen
  • BTC gilt weiterhin als Inflationsschutz und Krypto-Leitwährung
  • Erhöhte Volatilität erhöht die Chancen für Trader

Contra:

  • Unsicherheit über US-Zinsen und ETF-Flows bleibt
  • Angst vor weiterem Abverkauf und Test niedriger Unterstützungszonen
  • Liquiditätsmangel und saisonale Effekte können den Markt weiter drücken

Fazit: Panik oder Gelegenheit des Jahrzehnts?

Ob es sich bei den aktuellen Tiefständen um eine kurzzeitige Korrektur oder einen Startpunkt für eine neue Rally handelt, wird sich bald zeigen. Anleger sollten Risikomanagement betreiben, fundamentale Perspektiven bewerten – und die Chancen nutzen, wenn sie sich bieten. Nach Einschätzung vieler Experten stehen die Zeichen langfristig weiterhin auf Wachstum: Wer antizyklisch investiert, könnte zu den großen Gewinnern der nächsten Krypto-Welle gehören.

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