Ein Praxisbeispiel für Gastgeber – locker, fair & lehrreich
Bewertungen sind das Herzstück von Airbnb.
Sie sollen ehrlich sein, anderen Gastgebern helfen und zukünftige Gäste vorbereiten.
Doch was passiert, wenn eine sachliche Beobachtung plötzlich als Diskriminierung ausgelegt wird?
Genau darum geht es in diesem Beitrag – praxisnah, ohne Drama, aber mit wichtigen Learnings für jeden Airbnb-Betreiber.
✍️ Der Auslöser: Eine eigentlich harmlose Bewertung
Die Bewertung lautete sinngemäß:
„Nette Gäste, alles in Ordnung, keine unnötigen Nachrichten.
Was mir aufgefallen ist: ein starker Geruch vom Curry-Kochen, der nicht einfach zu entfernen war und für nächste Gäste unangenehm sein kann.
Ansonsten alles bestens.“
➡️ Positiv, ruhig, sachlich.
➡️ Keine Erwähnung von Herkunft, Kultur oder Person.
➡️ Lediglich ein Hinweis auf den Zustand der Wohnung.
Und trotzdem eskalierte die Situation.
💥 Die Reaktion des Gastes: Schwerer Vorwurf
Der Gast meldete sich im Nachhinein mit einer sehr emotionalen Nachricht und warf dem Gastgeber unter anderem vor:
- rassistisch zu sein
- kulturelles Essen zu diskriminieren
- gegen Airbnb-Richtlinien zu verstoßen
Kurz darauf meldete sich tatsächlich das Airbnb-Support-Team mit einer formellen Anfrage.
🧠 Wichtige Erkenntnis für Gastgeber
👉 Gerüche sind kein Tabuthema
Gerüche gehören zu den objektiven Zuständen einer Unterkunft, genau wie:
- Zigarettenrauch
- Fischgeruch
- Frittierfett
- Tiergerüche
- starke Parfüms oder Räucherstäbchen
Sie können:
- zusätzlichen Reinigungsaufwand verursachen
- für nachfolgende Gäste störend sein
- die Bewertung der Unterkunft beeinflussen
➡️ Das zu erwähnen ist legitim.
⚖️ Wo verläuft die Grenze zur Diskriminierung?
Sachlich erlaubt:
- „Starker Geruch nach Fisch / Curry / Rauch“
- „Zusätzlicher Lüftungs- und Reinigungsaufwand notwendig“
- „Hinweis für zukünftige Gastgeber“
Problematisch wäre:
- Bezug auf Herkunft, Ethnie oder Kultur
- pauschale Verallgemeinerungen
- wertende oder abfällige Sprache
💡 Der Fokus muss immer auf der Wohnung liegen – nicht auf der Person.
🧩 Warum solche Fälle zunehmen
Viele Gastgeber berichten, dass:
- Bewertungen zunehmend emotional interpretiert werden
- Gäste Bewertungen als persönlichen Angriff empfinden
- Begriffe wie „diskriminierend“ oder „rassistisch“ schneller genutzt werden
Das bedeutet nicht, dass man als Gastgeber schweigen sollte –
sondern klar, ruhig und professionell formulieren muss.
🛠️ Praktische Tipps für Airbnb-Hosts
✅ 1. Neutral formulieren
Statt:
„Starker Curry-Geruch“
Besser:
„Starker, langanhaltender Kochgeruch, der zusätzlichen Reinigungsaufwand verursacht hat“
✅ 2. Positives immer zuerst nennen
Das zeigt:
- Fairness
- Ausgewogenheit
- Keine persönliche Motivation
✅ 3. Keine Diskussion mit Gästen im Nachhinein
Wenn ein Gast emotional reagiert:
- sachlich bleiben
- nicht rechtfertigen
- Airbnb den Kontext erklären
✅ 4. Bewertungen nicht aus Angst verfälschen
Unehrliche Bewertungen:
- schaden anderen Gastgebern
- schaden dem System
- rächen sich langfristig
🤝 Ehrlich bleiben – aber professionell
Airbnb lebt von Vertrauen.
Ehrliches Feedback ist kein Angriff, sondern Teil eines funktionierenden Marktplatzes.
👉 Gastgeber dürfen (und sollen!)
- objektive Zustände benennen
- andere Hosts informieren
- ihre Unterkunft schützen
Solange:
- respektvoll
- sachlich
- ohne Personenbezug
ist man auf der sicheren Seite.
1️⃣ Die sichere Bewertungs-Formel für heikle Themen (Host-bewährt)
Merksatz: Positiv → Objektiv → Wirkung → Neutraler Abschluss
🔹 Die 4-Schritte-Formel
- Positiv starten
Zeigt Fairness und Ausgewogenheit. - Objektiv beschreiben
Nur beobachtbare Fakten – keine Bewertungen von Personen. - Auswirkung nennen
Warum ist das relevant? (Reinigung, Zeit, nächste Gäste) - Neutral abschließen
Kein Urteil, keine Emotion.
✍️ Beispiel
„Freundliche Gäste, reibungslose Kommunikation.
Nach dem Aufenthalt war ein starker, langanhaltender Kochgeruch in der Wohnung wahrnehmbar, der zusätzlichen Lüftungs- und Reinigungsaufwand erforderte.
Ansonsten verlief der Aufenthalt problemlos.“
💡 Warum das funktioniert:
- Fokus auf Wohnungszustand, nicht auf Menschen
- Keine Zuschreibung, keine Kultur-/Personenbezüge
- Hilfreich für andere Gastgeber
2️⃣ Textbausteine für Gerüche, Sauberkeit & Sonderfälle
(neutral, Airbnb-tauglich, ohne Eskalationspotenzial)
🌬️ Gerüche
- „Nach dem Aufenthalt war ein intensiver Kochgeruch vorhanden, der zusätzliche Lüftung erforderte.“
- „Es blieb ein starker Geruch zurück, der nicht sofort zu entfernen war.“
- „Für nachfolgende Gäste war zusätzlicher Reinigungsaufwand notwendig.“
🧼 Sauberkeit
- „Die Wohnung war größtenteils ordentlich, einige Bereiche erforderten Nachreinigung.“
- „Der Reinigungszustand entsprach nicht vollständig dem üblichen Standard.“
- „Es war zusätzliche Zeit für die Endreinigung nötig.“
🐾 Haustiere / Rauch / Sonderfälle
- „Es waren Tierhaare in mehreren Bereichen vorhanden.“
- „Nach dem Aufenthalt war Zigarettengeruch wahrnehmbar.“
- „Einrichtungsgegenstände wurden anders genutzt als vorgesehen, was Mehraufwand verursachte.“
🧾 Kommunikation & Regeln
- „Kommunikation war freundlich, Hausregeln mussten vereinzelt nachgeklärt werden.“
- „Check-out verlief verspätet, was den Reinigungsplan beeinflusste.“
🚫 Besser vermeiden:
- wertende Adjektive („unangenehm“, „eklig“)
- Verallgemeinerungen
- Bezug auf Herkunft, Kultur, Lebensstil
3️⃣ Was Airbnb wirklich unter Diskriminierung versteht
📘 Kurzfassung der Airbnb-Logik
Diskriminierung liegt vor, wenn:
- Personen wegen Ethnie, Nationalität, Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Sexualität etc.
anders behandelt oder abgewertet werden.
Nicht diskriminierend sind:
- Sachliche Hinweise zum Zustand der Unterkunft
- Objektive Beobachtungen (Geruch, Sauberkeit, Schäden)
- Neutrale Sprache ohne Personenbezug
⚠️ Wo Hosts oft stolpern
- Wenn eine Beobachtung mit einer Person verknüpft wird
- Wenn Sprache emotional oder wertend wird
- Wenn Feedback nicht klar auf die Wohnung begrenzt bleibt
🧠 So bleibst du immer auf der sicheren Seite
- Schreibe, als würde ein externer Prüfer mitlesen
- Ersetze Gefühle durch Fakten + Auswirkungen
- Nutze standardisierte Formulierungen (siehe oben)
🛡️ Falls ein Gast trotzdem meldet
- Ruhig bleiben
- Kontext erklären
- Auf Objektivität und Gesamtbewertung hinweisen
- Keine Rechtfertigungs-Diskussion mit dem Gast führen






