Zwei Opfer verloren über 62 Millionen US-Dollar durch Address-Poisoning-Angriffe, bei denen betrügerische Adressen von Nutzern kopiert werden. Dies fällt zeitlich mit einem Anstieg der Ethereum-Signatur-Phishing-Diebstähle um 207 % im Januar zusammen. Dieser Anstieg steht im Zusammenhang mit dem Fusaka-Upgrade von Ethereum, welches die Transaktionskosten senkte und unbeabsichtigt die Häufigkeit der Angriffe erhöhte. Address-Poisoning und Stablecoin-Dust-Transaktionen – insbesondere mit DAI – werden zunehmend von illegalen Akteuren bevorzugt, da die Governance gegen das Einfrieren von Adressen resistent ist.
Unterdessen verkaufte Trend Research seine gesamten Ethereum-Bestände und realisierte dabei fast 750 Millionen US-Dollar Verluste, nachdem der ETH-Kurs im letzten Monat um 30 % gefallen war. Analysten sehen in diesem Ausverkauf möglicherweise den Tiefpunkt des Ethereum-Marktes, mit einer potenziellen Erholung im zweiten Quartal 2026, während einige Investoren weiter akkumulieren und andere ihr Risiko reduzieren.
Aktuelle Marktentwicklungen
Bitcoin erholte sich um 12 % von jüngsten Tiefständen und erreichte fast 71.000 US-Dollar. Dies wurde hauptsächlich durch das Eindecken von Short-Positionen und einen Short Squeeze getrieben, was sich im steigenden Coinbase Premium widerspiegelt und die wachsende US-Investoren-Nachfrage signalisiert. Trotz dieser Erholung warnen Experten, dass es sich wahrscheinlich um technische Erleichterung handelt und keinen nachhaltigen Aufwärtstrend, angesichts der anhaltenden makroökonomischen Unsicherheit und rückläufigen offenen Positionen im Derivatemarkt.
Die institutionellen Zuflüsse in Bitcoin Spot-ETFs stiegen am 6. Februar um 371 Millionen US-Dollar, wobei BlackRocks IBIT-Fonds mit 232 Millionen US-Dollar Nettoneuziügen führend war. Dadurch überstieg das kumulierte ETF-Vermögen 89 Milliarden US-Dollar und stellte 6,39 % der Bitcoin-Marktkapitalisierung dar. Zudem erhöhten Wale signifikant ihre Bitcoin-Positionen, indem sie rund 40.000 BTC während jüngster Kursrückgänge kauften, was die Preisstabilität unterstützte.
Ethereum zeigte gemischte Signale: Zwar wurde die Marke von 2.000 US-Dollar zurückerobert, jedoch steht die Kryptowährung weiterhin unter Abwärtsdruck, mit anhaltender Volatilität und fragilen technischen Indikatoren, die Zweifel an der Nachhaltigkeit der Erholung schüren.
Regulierungen und Politik
Die US-amerikanische FDIC hat zugestimmt, 188.440 US-Dollar zu zahlen und zuvor zurückgehaltene Krypto-bezogene „Pause Letters“ nach der Beilegung einer FOIA-Klage freizugeben. Diese Schreiben offenbarten den regulatorischen Druck auf Banken, Krypto-Aktivitäten zu beschränken, und bestätigten Vorwürfe einer Durchsetzungskampagne namens Operation Choke Point 2.0. Die Einigung zwingt die FDIC außerdem, ihre FOIA-Richtlinien zu überarbeiten und somit die Transparenz in der Kryptoüberwachung zu verbessern.
Separat verstärkt Südkoreas Financial Supervisory Service die regulatorische Aufsicht über lokale Krypto-Börsen und setzt fortschrittliche Erkennungstools für verdächtige Handelsmuster ein, nachdem es zu großen Bitcoin-bedingten Verlusten gekommen war, was strengere Durchsetzung ankündigt.
In Europa erhielt Damex eine MiCA CASP-Lizenz und positioniert sich damit unter den Top-Digital-Asset-Unternehmen der EU, was die zunehmende regulatorische Formalisierung unter dem MiCA-Rahmenwerk widerspiegelt.
Technologie und Innovation
Der CEO von Crypto.com, Kris Marszalek, erwarb die Domain AI.com für 70 Millionen US-Dollar in Kryptowährung und startete während des Super Bowl eine autonome AI-Agenten-Plattform. Diese Plattform bietet Nutzern KI-gestützte persönliche Assistenten für Messaging, Aktienhandel und Projektmanagement und zielt darauf ab, in den nächsten zwei Jahrzehnten mit Technologieriesen zu konkurrieren sowie eine Spitzenposition bei der KI-Integration in Kryptodienstleistungen einzunehmen.
Die TON Foundation startete TON Pay, ein Payment SDK, das zunächst in Telegram Mini Apps integriert wurde. TON Pay ermöglicht schnelle, kostengünstige Krypto-Transaktionen mit Unterstützung von Toncoin und USDT und soll Telegram in eine Zahlungsabwicklungsebene für Krypto verwandeln, mit Ausweitung auf das Web und andere Plattformen.
Nachrichten institutioneller Investoren
Der SAFU-Fonds von Binance hat seine Bitcoin-Reserven erheblich erhöht und weitere 4.225 BTC im Wert von rund 300 Millionen US-Dollar gekauft, wodurch die Gesamtbestände auf etwa 10.455 BTC im Wert von 734 Millionen US-Dollar stiegen – 73,4 % ihres 1-Milliarde-Dollar-Akkumulationsplans. Diese aggressive Akkumulation inmitten der Marktvolatilität signalisiert institutionelles Vertrauen in mittelfristige Bitcoin-Aussichten.
MicroStrategy kaufte ebenfalls 1.142 Bitcoin für 90 Millionen US-Dollar und erhöhte seine Bestände auf 714.644 BTC, was das institutionelle Vertrauen trotz jüngster Buchverluste weiter unterstreicht.
BlackRock transferierte 2.268 BTC und 45.324 ETH an Coinbase Prime-Adressen, was auf potenziellen institutionellen Handel oder Verwahrungstätigkeiten hindeutet.
Die Ethereum-Treasury-Firma BitMine Immersion Technologies fügte letzte Woche rund 40.600 ETH hinzu und hält jetzt etwa 4,3 Millionen ETH (~3,58 % des Angebots), von denen ca. 2,87 Millionen ETH gestakt sind. Dies zeigt eine bedeutende institutionelle Akkumulation trotz jüngster Kurschwäche.
Marktausblicke und Expertenmeinungen
Bernstein Research bestätigte ein bullishes Bitcoin-Preisziel von 150.000 US-Dollar bis Ende 2026 und bezeichnete den aktuellen Abschwung als die „schwächste Bärenmarktlogik“ in der Geschichte von Bitcoin, was auf stimmungsbedingte Volatilität und nicht auf fundamentale Faktoren zurückzuführen ist. Als Treiber nennen sie starkes institutionelles Interesse, Wachstum der Spot-ETFs und die Integration von Blockchain mit KI.
Analysten warnen dagegen, dass die jüngsten Bitcoin-Erholungen von 12–20 % sogenannte „Dead Cat Bounces“ sind, hauptsächlich durch Short-Covering getrieben und nicht durch echte Nachfrage. Technischer Widerstand zwischen 72.000 und 79.000 US-Dollar und makroökonomische Unsicherheit könnten bei einem Scheitern dieser Levels zu weiteren Kursrückgängen auf 40.000–50.000 US-Dollar führen.
Die Perspektiven für Ethereum bleiben fragil; kurzfristige Erholungen finden statt, doch On-Chain-Daten und schwaches Handelsvolumen deuten auf Abwärtsrisiken bis möglicherweise 1.000 US-Dollar hin, sofern wichtige Widerstände nicht halten. Analysten weisen darauf hin, dass On-Chain-Käufe großer Akteure wie BitMine auf eine mittelfristige Erholung bis 2026 hindeuten könnten.
Sicherheits- und Hacker-News
Phishing- und Address-Poisoning-Angriffe sind stark angestiegen, wobei allein die Signatur-Phishing-Angriffe im Januar um 207 % zugenommen haben. Diese führten zu Verlusten von mehr als 6 Millionen US-Dollar, betroffen sind 4.700 Wallets. Besonders Stablecoin-Dust-Transaktionen machen mittlerweile etwa 11 % des täglichen Ethereum-Volumens aus und werden vermehrt von Betrügern ausgenutzt.
Gewalttätige sogenannte „Wrench Attacks“ auf Krypto-Halter stiegen im Jahresvergleich 2025 um 75 %, mit 72 gemeldeten Vorfällen und Verlusten von 40,9 Millionen US-Dollar, vor allem in Europa und Frankreich. Hochkarätige Entführungsfälle im Zusammenhang mit Krypto-Erpressungen unterstreichen die steigende Bedrohungslage für die Sicherheit von Investoren.
Fazit
Der Kryptomarkt zeigt eine komplexe Mischung aus vorsichtigem Optimismus und anhaltenden Risiken. Bedeutende institutionelle Käufe – über Bitcoin-ETF-Zuflüsse, SAFU-Fonds-Akkumulation und Firmen-Treasury-Käufe – bilden eine potenzielle Basis für eine Erholung. Gleichzeitig bleiben technische Erholungen bei Bitcoin und Ethereum anfällig für makroökonomische Gegenwinde und Gewinnmitnahmen, weshalb Anleger mit Vorsicht agieren sollten.
Die zunehmenden Phishing-Angriffe und gewalttätigen Krypto-bezogenen Straftaten heben anhaltende Sicherheitslücken hervor; Nutzer und Plattformen müssen daher verstärkt auf verbesserte Schutzmaßnahmen setzen.
Die regulatorische Klarheit nimmt durch Rechtsstreitigkeiten und neue Lizenzen zu, was auf eine Reifung des Marktes hinweist, jedoch auch mit möglichen Compliance-Kosten verbunden ist.
Für Privatanleger wird empfohlen, die Marktexposition mit sorgfältigem Risikomanagement zu kombinieren: Überwachen Sie wichtige technische Unterstützungs- und Widerstandsniveaus ($67K–$72K für Bitcoin; $1.800–$2.000 für Ethereum), achten Sie auf anhaltende ETF- und institutionelle Zuflüsse als Nachfragesignal und bleiben Sie aufmerksam gegenüber regulatorischen sowie makroökonomischen Entwicklungen, die die Stimmung abrupt verändern könnten.







