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Zypern baut 500 neue Wohnungen: Wie der Staat den Wohnungsmarkt in Nicosia, Limassol, Larnaka und Pafos entlasten will

In Zypern sollen in den nächsten Jahren rund 500 neue, staatlich initiierte Wohnungen entstehen, um den angespannten Wohnungsmarkt in Nicosia, Limassol, Larnaka und Pafos zu entlasten. Die Einheiten richten sich vor allem an junge Familien, Single-Haushalte sowie Beschäftigte im Tourismus-, Handels- und Industriesektor mit niedrigen und mittleren Einkommen.

Projektumfang und Standorte

Präsident Nikos Christodoulides kündigte an, dass etwa 500 Wohneinheiten auf staatlichen Grundstücken errichtet werden, die vom Department of Town Planning ausgewählt wurden. Das Bauvolumen wird auf rund 70 Mio. Euro geschätzt, hinzu kommt ein Landwert von etwa 7 Mio. Euro – insgesamt fließen bereits über 300 Mio. Euro in die aktuelle Wohnraumpolitik.

Die Projekte verteilen sich auf alle großen Städte: In der Region Nikosia sind Einheiten u. a. in Latsia–Geri geplant, in Limassol in Kourion–Episkopi, Moni und Amathous–Agia Paraskevi, in Larnaka in Oroklini sowie in der Region Pafos in Acheleia. Gebaut wird durch private Firmen im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen, während die Objekte im Eigentum des Staates bleiben und über die Cyprus Land Development Organisation verwaltet werden.

Zielgruppe: Junge Familien und Arbeitskräfte

Die neuen Wohnungen sollen zu „erschwinglichen“ Mieten an Familien und Alleinstehende vergeben werden, wobei junge Menschen und Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen priorisiert werden. Innenminister Constantinos Ioannou betont, dass fehlender Wohnraum für Beschäftigte im Tourismus-, Industrie- und Handelssektor zunehmend ein Hindernis für die Besetzung offener Stellen und den Betrieb vieler Unternehmen darstellt.

Parallel zu den normalen Wohneinheiten wird ein besonderes Programm für kollektive Unterkünfte umgesetzt: Hier entstehen kompaktere Wohnlösungen für Saison- und Vertragsarbeiter, etwa in Form von mikroformatigen Apartments oder dormitoriumsähnlichen Anlagen. Ziel ist es, kurzfristige und mittelfristige Wohnbedürfnisse abzudecken, ohne regulären Mietwohnraum zusätzlich zu verknappen.

Antwort auf die Wohnraumkrise

Hintergrund der Initiative ist eine sich zuspitzende Wohnungsnot, getrieben von stark gestiegenen Mieten, begrenztem Angebot und hoher Nachfrage in den städtischen Zentren und Tourismusregionen. Studien zeigen, dass die Mieten für Standardwohnungen in den letzten Monaten deutlich angezogen haben und viele Haushalte überproportional belasten.

Mit dem Mix aus geförderten Mietwohnungen, staatlichen Grundstücken, „Build-to-Rent“-Modellen und speziellen Arbeiterunterkünften versucht die Regierung, sowohl das Angebot zu erhöhen als auch die Kaufkraft der Bürger indirekt zu stärken. Ob die rund 500 Einheiten und die zusätzlichen Projekte langfristig ausreichen, um den Druck am Markt spürbar zu senken, bleibt offen – sie markieren aber einen sichtbaren politischen Kurswechsel hin zu einer aktiveren staatlichen Wohnraumpolitik.

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